Vortrag-Einstieg: Wie Sie Ihr Publikum schon im ersten Moment gewinnen

Verschenken Sie nicht Ihre ersten Sätze auf der Bühne!

Immer wieder erlebe ich Referenten, Redner und Keynote-Speaker, die sich beim Vortrag-Einstieg erst einmal an ihr Thema "heran-reden" müssen. Das heißt, sie haben keinen griffigen Anfang vorbereitet, sondern suchen nach den richtigen Worten - auf der Bühne - vor Publikum!

Aber Ihr Publikum will schon in den ersten Sätzen Ihres Vortrags wissen, wohin die Reise geht. Schon während Ihres Vortrag-Einstiegs entscheidet sich, ob auch die Zuschauer mit Interesse einsteigen oder lieber erstmal abwarten und im schlimmsten Fall sogar aussteigen und innerlich abschalten.

Worauf richten Sie Ihren Fokus?

Ein weiteres Problem: Wer noch nach Worten sucht, kann seinen Fokus nicht aufs Publikum richten und mit ihm Kontakt aufnehmen. Auch auf der nonverbalen Ebene entsteht kein wirklicher Dialog; die Zuschauer fühlen sich erst recht nicht angesprochen.

Zwar schaffen es die meisten Redner im Laufe des Vortrags dann oft doch noch, ihr Publikum für sich zu gewinnen. Mit einem punktgenauen Einstieg hören Ihnen aber nicht nur alle sofort zu, sondern Sie selbst starten zugleich mit einer höheren Energie und klarem Fokus. Und dadurch erreichen Sie eine ganz andere emotionale Wirkung bei Ihren Zuschauern.

So entwickeln Sie einen Vortrag-Einstieg, der Ihr Publikum involviert

Bevor Sie anfangen, über einen ersten Satz nachzudenken, stellen Sie sich erst einmal Ihr Zielpublikum ganz konkret vor:

Wer sitzt da unten?

Welche Ängste, Sorgen, Nöte und welche Wünsche, Hoffnungen und Träume füllen den Raum?

Auf der anderen Seite sollten Sie Ihre eigenen Ziele mit dem Vortrag und Ihre emotionale Wirkungsabsicht vor Augen haben.

Denn je besser Sie diese Fragen bereits für sich geklärt haben, um so zielgerichteter können Sie Ihr Publikum ansprechen und den richtigen Vortrag-Einstieg wählen.

Wie Sie Ihr Publikum besser einschätzen und Ihr "Reiseziel" planen beschreibe ich ganz ausführlich in diesem Beitrag: "Vortrag planen: Warum Sie nicht beim Inhalt starten sollten."

Zwei gute Einstiege für Ihren Vortrag

Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, wie Sie Ihren Vortrag beginnen. Mit diesen zwei Möglichkeiten gewinnen Sie Ihr Publikum schon im ersten Moment:

a) Starten Sie mit einem Statement

Ein Beispiel:

Dieses provokative Statement stellt Maureen McGrath gleich mit dem ersten Satz ihrer TEDx-Rede in den Raum:

"If you never want to have sex again - get married!"

Das Publikum ist für eine Millisekunde verblüfft - und muss lachen.

Warum?

Weil es der Rednerin mit diesem Statement gelingt, das ganze Dilemma ihres Themas auf lakonische Weise so zu zuspitzen, dass man plötzlich darüber lachen kann.

Damit setzt sie gleich die richtige Tonalität für Ihre Keynote. Ernsthaft - aber nicht verbissen. Es wird nicht nur klar, wohin die Reise geht, sondern auch, dass das Thema eine gewisse Absurdität und unfreiwillige Komik mit sich bringt.

Die Zuschauer sind sofort emotional involviert.

b) Starten Sie mit einer Frage

Auch bei scheinbar trockenen Themen aus dem Arbeitsalltag lässt sich ein Vortrag-Einstieg finden, der das Publikum involviert.

Hier im Video hat sich der Keynote-Speaker, mit dem ich arbeite, zwei Varianten überlegt, die beide auf unterschiedlichen Fragen basieren.

In der ersten Variante ist es eine rhetorische Frage, bei der er keine wirkliche Antwort von seinen Zuschauern erwartet. Trotzdem wird durch die Frage jeder Zuschauer für das Thema sensibilisiert und ihm seine eigene Situation dazu bewußt.

In der zweiten Variante provoziert der Speaker mit seiner direkten Frage eine echte Beteiligung und führt die Zuschauer an eine unbequeme Wahrheit heran...

Fazit:

Sie benötigen keine genialen Ideen oder abgefahrenen Mittel, um Ihr Publikum vom ersten Moment an für Ihren Vortrag zu gewinnen. Sie müssen sich nur im Vorfeld klar machen, wer Ihr Publikum tatsächlich ist, dann finden Sie auch die richtigen Worte für einen Vortrag-Einstieg, der alle involviert.

Und das sollte schon in der Vorbereitung Ihres Vortrags passiert sein - nicht erst auf der Bühne! Sie sind einfach souveräner, wenn Sie einen Plan haben.

Ein Wort noch zur spontanen Planänderung:

Einen Plan zu haben ist toll - aber bleiben Sie flexibel. Es kann nämlich sehr gut sein, dass Sie im Laufe der Veranstaltung, bei der Sie sprechen werden, z.B. neue Informationen vom Veranstalter bekommen. Oder Sie sind kurz vor Ihrem Auftritt im Publikum und erleben einen Teil Ihres Vorredners und die Publikumsreaktionen.

Jetzt haben Sie plötzlich eine Idee, wie Sie noch besser starten könnten.

Was tun Sie jetzt?

Es ist generell gut, wenn Sie offen bleiben für den Moment, und sich nicht an einen Plan klammern, der am Schreibtisch entstanden ist. Die aktuelle Situation liefert Ihnen bedenkenswerte Infos, die Sie im Vorfeld nicht haben konnten.

Also wägen Sie ab: was können Sie bei einer spontanen Planänderung gewinnen? Was müssen Sie dafür über Bord werfen?

Eine Variation Ihrer ersten Sätze ist keine große Sache. Wenn Sie allerdings die ersten Minuten Ihres Vortrags komplett abändern müssen, tun Sie es besser nicht! (Schon garnicht, wenn Sie den Vortrag schon mehrfach gehalten haben und sich der Einstieg bewährt hat ;-)

Was Sie stattdessen tun können:

Schicken Sie Ihrem geplanten Vortrag-Einstieg ein oder zwei Sätze voraus. Dann können Sie auf die aktuelle Situation oder Stimmung im Saal eingehen, um Ihr Publikum abzuholen. Und dann führen sie es weiter auf Ihren geplanten Weg.

Damit schaffen Sie eine Verbindung zu Ihren Zuschauern, die dankbar aufgenommen wird. Sie spuhlen nicht einfach Ihr Programm ab, sondern reagieren auf die aktuelle Situation. Damit ist klar: Sie sprechen nicht vor einem Publikum, sondern mit ihrem Publikum.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg - und viel Spaß!

Haben Sie dazu Fragen? Dann schreiben Sie diese gerne in den Kommentar!

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