Dein bereitest deinen nächsten Auftritt vor und du bist aufgeregt. Du willst schließlich einen guten Eindruck hinterlassen.
Vielleicht willst du als Experte wahrgenommen werden. Oder optisch gut dastehen. Du ziehst den Bauch ein und plötzlich wird deine Stimme höher und piepsiger.
Genau das ist Top-Speakerin und Autorin Sabine Asgodom früher passiert. Sie sagt heute: “Das Publikum dachte damals bestimmt: Warum ist die Dicke auf der Bühne so hysterisch?“
Heute steht sie gelassen vor 15.000 Menschen in der Lanxess Arena und denkt: Ist das geil! Ich darf hier stehen.
Was ist passiert? In meinem Gespräch mit Sabine hat sie mir ihre wichtigsten Geheimnisse für echte Bühnenpräsenz verraten.
Hier gebe ich dir die 7 wichtigsten Learnings, die du bei deinem nächsten Auftritt sofort umsetzen kannst.
Selbstsabotage beginnt fast immer mit dem Fokus auf das Ich:
Sabines Gegenmittel ist radikal simpel. Vor jedem Vortrag geht sie in der Kaffeepause ins Foyer und redet mit den Menschen. So hat sie schon vier oder fünf “Bekannte” im Publikum, bevor sie auf die Bühne geht.
Meine Erfahrung als Speaker-Coach bestätigt diesen Ansatz: Der Fokuswechsel ist der beste Hebel gegen Redeangst.
Praktisch umgesetzt: Statt "Wie wirke ich?" fragst du dich: "Was brauchen die Menschen da draußen von mir?" Damit verlässt du die Selbstbeobachtung. Genau dort endet die Selbstsabotage.

Sabine Asgodom gibt im Interview ein spannendes Beispiel:
Ein Vortrag, 9 Uhr morgens, 90 Dentaltechniker. Absolutes Zombie-Publikum.
Was Sabine nicht wusste: Am Abend vorher gab es eine große Party.
Ihr erster Gedanke: "Ich kann es nicht." Später wurde ihr klar, dass das Publikum schlicht müde und dadurch nicht wirklich erreichbar war. Es hatte gar nichts mit ihr zu tun.
Viele sabotieren sich genau hier. Ernste Gesichter, wenig Lachen, kaum Reaktion. Sofort meldet sich der innere Kommentator: “Die hassen mich. Ich bin schlecht."
Sabines Learning: Es gibt Menschen, die lachen einfach nicht. Das hat oft nichts mit dir zu tun. Ersetze “Das Publikum ist gegen mich" durch: “Das Publikum ist gerade irgendwo anders."
Sabines Satz ist herrlich kontraintuitiv: “100 ist viel anstrengender als 10.000."
Warum? Bei 100 Leuten lachen vielleicht drei Personen, das ist kaum zu hören. Bei 10.000 lachen 300. Das ist ein richtiger Lacher.
Ihr Bild: 100 Leute sind einfach zehn mal zehn. Hast du vor zehn Leuten Angst? Nein? Dann sieh auch die anderen Gruppen genauso entspannt.
In meinem Gespräch mit Sabine wurde klar: Bühnenpräsenz ist keine Frage der Publikumsgröße. Es ist eine Frage der Perspektive.
Praktisch: Teile große Gruppen gedanklich auf. Sprich zu den Zehnergruppen, nicht zur riesigen anonymen Masse.
“Ich finde es ein solches Geschenk, dass Menschen da sitzen, ich eine Bühne bekomme und ich zu ihnen reden darf."
Sabine weiß: Diese Menschen haben Geld bezahlt und Zeit investiert. Das ist ein Privileg, keine Bedrohung.
Wenn du das wirklich annimmst, wird die Bühne weniger zur Prüfung, mehr zur Gelegenheit. Sage dir vor jedem Auftritt: "Diese Menschen schenken mir ihre Aufmerksamkeit. Wie kann ich ihnen etwas Wertvolles zurückgeben?"
Das ist kein esoterischer Trick. Es ist ein Framing, das deinen Körper aus dem Alarmmodus holt und echte Selbstwirksamkeit erzeugt.
Sabine belehrt ihr Publikum nicht. Sie sagt: “Das kann man nachlesen. Einmal googeln, und du hast es."
Stattdessen schafft sie Erlebnisse. In der Lanxess Arena ließ sie Tausende Menschen einander die Schultern massieren. Danach klatschten sie wie verrückt. Nicht weil die Übung neu war, sondern weil sie im richtigen Moment kam, mit einem klaren Warum dahinter.
Sabines Learning: Integriere ein bis zwei Erlebnis-Anker in deinen Vortrag. Eine Frage, eine kurze Interaktion, ein Mini-Experiment. Storytelling-Expertise entsteht durch mehr emotionale Wirkung.
Sabine sagt: “Storytelling braucht immer Expertise. Rede nicht aus der Wunde. Rede aus der Narbe."
Eine dramatische Erfahrung allein ist noch keine gute Geschichte. Erst wenn du ein Learning daraus ziehen konntest, einen Schritt weiter bist, dann erst wird Storytelling wirksam.
Das ist auch Gelassenheit. Du stehst nicht nackt mit deinem Schmerz da. Du stehst mit Erfahrung und Klarheit da.
“Für ein Publikum ist es am spannendsten, wenn es dir beim Denken zusehen kann."
Das ist das Gegenteil von Selbstsabotage. Selbstsabotage will perfekt sein. Gelassenheit entsteht, wenn du dir erlaubst, im Moment zu sein und zu reagieren.
Das Publikum wird dadurch zum Mitgestalter. Durch seine Resonanz merkst du, was wirklich ankommt und was du lieber loslassen kannst.
Sabines Transformation zeigt: Gelassenheit auf der Bühne ist keine angeborene Fähigkeit. Es ist eine Haltung, die du dir erarbeitest.
Probiere bei deinem nächsten Auftritt die 7 Learnings aus. Starte mit der einfachsten Frage: Was brauchen die Menschen da draußen jetzt von mir?
Das komplette Interview mit noch viel mehr Einblicken von Sabine Asgodom findest du hier:
Der schnellste Hebel ist der Fokuswechsel: weg von der Selbstbeobachtung, hin zur Aufgabe. Geh vor dem Vortrag ins Publikum, rede mit Menschen. Zusätzlich helfen eine klare Struktur, Übung und ein persönliches Ritual.
Selbstsabotage zeigt sich durch inneres Bewerten während des Auftritts: "War das gut? Klingt meine Stimme komisch?" Sobald der Fokus auf dem Ich liegt statt auf dem Publikum, beginnt die Selbstsabotage.
Eine ausbleibende Reaktion ist kein Qualitätsurteil. Bleibe handlungsfähig: Variiere das Tempo, stelle Fragen, bringe Beispiele. Erinnere dich, dass das Publikum vielleicht einfach gerade woanders ist.
Weniger ist mehr. Wenige, klare Kernideen plus Erlebnis-Anker wirken stärker als viele abgearbeitete Punkte. Drei bis fünf Kernbotschaften sind ein guter Rahmen.
Durch wiederholte Erfahrung. Jeder Auftritt ist eine Übung. Wichtig: Berichte danach nicht aus dem Schmerz des Scheiterns, sondern aus dem Learning. Aus der Narbe, nicht aus der Wunde.
Wenn du jetzt beim Lesen gedacht hast: “Okay, Fokuswechsel hilft. Aber wie starte ich überhaupt mit meinem Vortrag auf der Bühne?“, dann lohnt sich ein Blick in mein kostenloses Workbook mit Video-Anleitung: “Der Kick-Start“.
Darin bekommst du die besten Einleitungs-Prinzipien, mit denen du Vorträge, Präsentationen, Webinare oder Videos sicher eröffnest – ohne lange zu grübeln, was du als erstes sagen sollst.
Eine gute Einleitung schafft Struktur. Und Struktur gibt dir Sicherheit und macht dich gelassener.
Ich bin Matthias Messmer, Regisseur und Speaker-Coach in Hamburg. Ich helfe Speakerinnen und Experten dabei, Vorträge, Keynotes, Webinare, Pitches und Videos dramaturgisch stark und wirkungsvoll zu inszenieren.
In meiner Arbeit geht es weniger um „noch mehr Inhalt". Es geht mehr um Wirkung: Präsenz, roter Faden, emotionale Dramaturgie. Bühnenpräsenz und Redeangst sind meine zentralen Themen, weil sie der Schlüssel dafür sind, dass Botschaften nicht nur verstanden, sondern auch gefühlt werden.
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Redeangst: Von schlotternden Knien zum mitreißenden Auftritt
Reden lernen durch reden - Wie Sie das freie Reden vor Publikum richtig üben

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