matthias-messmer.de https://www.matthias-messmer.de/blog/ Sun, 26 Jul 2026 03:46:01 +0000 de-DE hourly 1 Überzeugend sprechen: Warum deine Stimme mehr erzielt als deine Argumente https://www.matthias-messmer.de/blog/berzeugend-sprechen-warum-deine-stimme-mehr-erzielt-als-deine-argumente/ https://www.matthias-messmer.de/blog/berzeugend-sprechen-warum-deine-stimme-mehr-erzielt-als-deine-argumente/#comments Tue, 23 Jun 2026 14:31:00 +0000 https://www.matthias-messmer.de/blog/berzeugend-sprechen-warum-deine-stimme-mehr-erzielt-als-deine-argumente/ Weiterlesen

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Die Stimme wird im Kontext von Bühnenpräsenz konsequent unterschätzt. Dabei ist sie der entscheidende Faktor, ob du dein Publikum überzeugst. Und zwar bevor du überhaupt dein erstes Argument bringst. Stimmcoach und Phonetikerin Dr. Monika Hein erklärt, warum dein Auftritt für mehr Überzeugungskraft mit Resonanz statt Druck beginnt. Außerdem verrät sie, was dein innerer Dialog damit zu tun hat und wie eine einzige Übung alles verändern kann.


“Ich möchte einfach präsenter wirken, wenn ich vor Menschen spreche.” Diesen Satz höre ich in meinen Coachings am laufenden Band. Wenn es an die Umsetzung gehen soll, greifen die meisten automatisch zu den Klassikern: Rhetorik, Argumentationsketten und Körpersprache.

Wer seine Bühnenpräsenz wirklich verbessern will, übersieht jedoch fast immer einen entscheidenden Faktor: die eigene Stimme.

Genau darüber habe ich mit Dr. Monika Hein gesprochen. Sie ist promovierte Phonetikerin, Stimmcoach, Autorin und Speakerin. Sie erklärt, warum die Stimme das am meisten unterschätzte und gleichzeitig mächtigste Tool ist, um Situationen zu verändern, und warum das gängige Bild von “Bühnenpräsenz” oft auf einem großen Missverständnis beruht.  

In diesem Blogbeitrag habe ich die wichtigsten Erkenntnisse aus unserem Gespräch gesammelt, die deinen nächsten Auftritt (ob in einem Vortrag, Workshop, Webinar oder auf der großen Bühne) grundlegend verändern werden.

Das komplette Interview findest du hier: 

Was hat dein innerer Dialog mit deiner Wirkung auf der Bühne zu tun? 

In ihrer Arbeit als Stimmbegleiterin und Empathy Strategist unterscheidet Monika zwischen zwei Soundtracks:   

  1. Der innere Soundtrack
    Die permanenten inneren Stimmen während eines Auftritts:
    ”Bin ich gut genug?”
    ”Hoffentlich kann ich mein Publikum überzeugen…”
  2. Der äußere Soundtrack
    Das handwerkliche Ergebnis nach außen. Die “Musik”, die wir erzeugen. Klingen wir sachlich, melodiös oder hart?

Der Knackpunkt: Wenn der innere Soundtrack voller Zweifel ist, spiegelt sich das zwangsläufig im äußeren wider. Zum Beispiel durch sogenannte steigende Kadenzen: Wenn die Stimme am Satzende unbewusst immer nach oben geht, klingt jeder Satz wie eine Frage. So lädst du dein Publikum in deinen Zweifel ein. Wer versucht, das durch eine lautere Stimme zu überspielen, trägt eine Maske, die das Publikum früher oder später durchschaut.

Warum hilft lauter sprechen nicht bei Lampenfieber?

Wenn der Stresspegel steigt, schaltet unser Nervensystem automatisch auf den Überlebensmodus. Der Kehlkopf, der uns eigentlich vor allem vor Fremdkörpern schützen soll, zieht sich zusammen. Wir geraten in die Fight, Flight or Freeze-Reaktion.

Die unbewusste Reaktion vieler Speaker: Mehr Druck.

Man glaubt, man müsse lauter werden, um die Chefin oder den Vorstand zu überzeugen.

Monika warnt vor genau dieser Lehrer-Stimme. Die ist für das Publikum auf Dauer extrem anstrengend.

Monikas Botschaft: “Soften your voice. Runter vom Druck!”

Echte Bühnenpräsenz entsteht nicht durch Druck und Lautstärke, sondern durch bewusstes Loslassen in der Kehle. Erst dann kommt man in Resonanz mit dem eigenen Körper. Und dann klingt man warm, klar und einladend für die Zuhörer.  

Mythos vs. Realität

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Wie verändert die Körperspannung deine Bühnenpräsenz ohne ein Wort zu sagen? 

Oder: Wie schafft man es, in einer Runde mit lauteren oder erfahreneren Personen Präsenz zu zeigen, ohne künstlich herumzubrüllen?

Das Geheimnis: Dein Körper spricht, bevor du den Mund aufmachst. Monika empfiehlt eine entspannte Dominanz.
Eine Nullspannung statt Verkrampfung:

  • Rückenstrecker aktivieren
  • Das Brustbein heben (stell dir einen strahlenden Klunker auf der Brust vor)
  • Bewusst Raum einnehmen

Das Spannende daran ist ein phonetisches Phänomen:
Allein durch das Aufrichten verändert sich dein Klangraum. Menschen in aufrechter Haltung werden vom Publikum sofort als klarer, offizieller und präsenter wahrgenommen. Und das, ohne dass sie lauter sprechen. Die körperliche Präsenz macht die stimmliche Präsenz erst möglich.

Warum solltest du auf der Bühne selektiv authentisch sein?

“Das kann ich so nicht machen, das fühlt sich nicht authentisch an.“ Dieser Punkt begegnet auch mir im Coaching immer wieder.

Monika sieht das ganz pragmatisch:
Public Speaking ist eine Bühne, kein entspanntes Kaffeekränzchen.
Wer einen Saal mit hunderten Menschen bespielen will, muss einen energetischen Quantensprung machen. 

Monikas Rat: Sei selektiv authentisch. 

Wähle die Facetten deiner Persönlichkeit, die für die bestimmte Situation taugen:

  • Die Expertin, die fundierte Fakten liefert
  • Die persönliche Seite, die Verletzlichkeit zeigt und berührt
  • Die Zugewandte, die aus der Arbeit mit Menschen erzählt

Eine gute Führungskraft versteckt sich nicht hinter trockenen Fakten. Sie verbindet harte Realität mit der eigenen, nahbaren Persönlichkeit. Genau das schafft echtes Vertrauen zwischen dir und dem Publikum. 

Wie nutzt zu deine Empathie als stimmlichen Filter?

Ein Begriff, den Monika als Voice and Empathy Strategist ganz gezielt einsetzt:
Empathie ist kein weiches Konzept, sondern ein akustischer Filter. 

Was bedeutet das konkret?
Wer sich vor seinem Auftritt genau überlegt: Wer ist mein Publikum, was braucht es und was hat es schon?
Der kalibriert seinen Klang unbewusst auf die Situation. Und das hört man!

Zwei häufige Extreme:

  • Zu viel Empathie: Wer immer allen gefallen will, der schwingt stimmlich mit und klingt unentschlossen.
  • Zu wenig Empathie: Wer das Publikum ignoriert, klingt distanziert und kalt.

Das Ziel ist eine bewusste Kalibrierung. Nicht Gleichgültigkeit oder Anpassung um jeden Preis.

Warum erzeugen Daten allein keine Bühnenpräsenz als Führungskraft?  

Monika beobachtet immer wieder ein bestimmtes Muster:

Menschen in Führungspositionen berichten auf der Bühne Zahlen, Daten, Fakten. Und wundern sich dann, dass sie nicht beim Publikum ankommen.

Das Problem ist dabei nicht der Inhalt. Es fehlt viel mehr die persönliche Haltung.

Wirkungsvolle Führungskommunikation verbindet beides:
“Wir wissen nicht genau, wohin uns diese Transformation führt. Wir haben uns das aber durchgerechnet und das ist es, was wir nun tun sollten.”

Das ist offene Ehrlichkeit. Und die schafft Vertrauen.

Frag dich selbst: Wann hast du zuletzt etwas von dir als Mensch gezeigt und nicht nur als Funktion?

Der zentrale Praxistipp: Nimm deine Stimme auf

Wenn du deine Bühnenpräsenz wirklich verbessern willst, hat Monika eine unbequeme, aber extrem wirksame Übung: 

Nimm deine eigene Stimme auf.

Wir hören uns primär über das Innenohr. Und das verzerrt. Deswegen klingt unsere Stimme auf Aufnahmen im ersten Moment oft fremd oder unangenehm. Das ist normal und kein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.

So gehst du vor:

  1. Sprachaufnahme mit deinem Handy: Normale Gesprächslautstärke, 2 Minuten.
  2. Der Inhalt spielt keine Rolle. Erzähl einfach, was du heute gemacht hast.
  3. Höre dir die Aufzeichnung an. Aber ohne Bewertung!
    Beobachte: Wo geht die Stimme hoch? Wo klingt sie dünn? Wo klingt sie voll und wirkt sicher?

Was du nicht kennst, kannst du nicht verändern. Deine Stimme ist dein Instrument. Du hast es immer dabei. Erst wenn du genau hinhörst, kannst du anfangen, es bewusst zu stimmen und spielerisch einzusetzen.

Fazit: Drei zentrale Takeaways für deinen nächsten Auftritt

Monikas Botschaft ist klar: Überzeugungskraft und eine echte Bühnenpräsent entstehen, wenn Stimme, Körper und innere Haltung zusammenwirken. Und das ohne Druck!

Starte mit der Aufnahme. Nicht morgen, sondern nach deinem nächsten Gespräch oder Meeting. Erst wenn du hörst, wie du klingst, kannst du anfangen, bewusst damit zu arbeiten und deine Auftritte grundlegend zu verändern.

Das komplette Interview mit noch viel mehr spannenden Einblicken von Dr. Monika Hein findest du hier: 

Bereit für deinen nächsten Auftritt? 

Wenn du dir beim Lesen gedacht hast: "Okay, so nutze ich also meine Stimme mit Resonanz, aber wie beginne ich überhaupt meinen Vortrag?", dann lohnt sich ein Blick in mein kostenloses Workbook mit Videoanleitung: Der KickStart.

Mit dem KickStart bekommst du die 9 besten Einleitungs-Strategien und -Prinzipien für deine nächsten Vorträge, Präsentationen, Webinare oder Videos. 

Damit du nicht mehr lange grübeln musst und dein Publikum zusammen mit deiner Stimme vom ersten Moment an in deinen Bann ziehst!

Hier gelangst du zum Workbook!

Über den Autor

Ich bin Matthias Messmer, Regisseur und Speaker-Coach in Hamburg. Ich helfe SpeakerInnen und ExpertInnen dabei, Vorträge, Keynotes, Webinare, Pitches und Videos dramaturgisch stark und wirkungsvoll zu inszenieren.

In meiner Arbeit geht es weniger um “noch mehr Inhalt", sondern um Wirkung: Präsenz, roter Faden, emotionale Dramaturgie. Bühnenpräsenz und Redeangst sind meine zentralen Themen. Sie sind der Schlüssel dafür, dass Botschaften nicht nur verstanden, sondern auch gefühlt werden.

Hier findest du mich auf LinkedIn.

Du hast noch nicht genug? Hier geht es zu weiteren Blogbeiträgen zum Thema:

Und geht es zu meinem YouTube Kanal mit zahlreichen anderen tollen Interviews!

Mit Stimmtrainerin Anne Kühl habe ich zum Beispiel über die häufigsten Fehler bei der Stimmnutzung, praktische Übungen aus dem Stimmtraining und vieles mehr zum Thema unterhalten: 


 

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Echte Bühnenpräsenz statt Lampenfieber: Wie Sabine Asgodom aufgehört hat, sich selbst zu sabotieren https://www.matthias-messmer.de/blog/buehnenpraesenz-statt-lampenfieber/ https://www.matthias-messmer.de/blog/buehnenpraesenz-statt-lampenfieber/#comments Tue, 19 May 2026 12:00:00 +0000 https://www.matthias-messmer.de/blog/buehnenpraesenz-statt-lampenfieber/ Weiterlesen

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Echte Gelassenheit auf der Bühne entsteht durch einen radikalen Fokuswechsel. Weg vom eigenen Ego, hin zum Nutzen für das Publikum. Sabine Asgodom zeigt, dass Selbstsabotage endet, wenn Speaker durch einen Erlebnis-Anker Präsenz schaffen. Mit Sabines 7 Learnings kannst du endlich souveräne Auftritte selbst vor Tausenden Menschen halten.

Dein bereitest deinen nächsten Auftritt vor und du bist aufgeregt. Du willst schließlich einen guten Eindruck hinterlassen.

Vielleicht willst du als Experte wahrgenommen werden. Oder optisch gut dastehen. Du ziehst den Bauch ein und plötzlich wird deine Stimme höher und piepsiger.

Genau das ist Top-Speakerin und Autorin Sabine Asgodom früher passiert. Sie sagt heute: “Das Publikum dachte damals bestimmt: Warum ist die Dicke auf der Bühne so hysterisch?“

Heute steht sie gelassen vor 15.000 Menschen in der Lanxess Arena und denkt: Ist das geil! Ich darf hier stehen.

Was ist passiert? In meinem Gespräch mit Sabine hat sie mir ihre wichtigsten Geheimnisse für echte Bühnenpräsenz verraten. 

Hier gebe ich dir die 7 wichtigsten Learnings, die du bei deinem nächsten Auftritt sofort umsetzen kannst.

Das komplette Interview findest du hier:


Mach dich auf der Bühne nicht zum Mittelpunkt

Selbstsabotage beginnt fast immer mit dem Fokus auf das Ich:

  • Wie wirke ich?
  • War der Satz gut?
  • Klingt meine Stimme komisch?

Sabines Gegenmittel ist radikal simpel. Vor jedem Vortrag geht sie in der Kaffeepause ins Foyer und redet mit den Menschen. So hat sie schon vier oder fünf “Bekannte” im Publikum, bevor sie auf die Bühne geht.

Meine Erfahrung als Speaker-Coach bestätigt diesen Ansatz: Der Fokuswechsel ist der beste Hebel gegen Redeangst.

Praktisch umgesetzt: Statt "Wie wirke ich?" fragst du dich: "Was brauchen die Menschen da draußen von mir?" Damit verlässt du die Selbstbeobachtung. Genau dort endet die Selbstsabotage.

Selbstsabotage vs. Gelassenheit: Der entscheidende Unterschied

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Was tun, wenn man schlechte Reaktionen des Publikums persönlich nimmt?

Sabine Asgodom gibt im Interview ein spannendes Beispiel:

Ein Vortrag, 9 Uhr morgens, 90 Dentaltechniker. Absolutes Zombie-Publikum.

Was Sabine nicht wusste: Am Abend vorher gab es eine große Party.

Ihr erster Gedanke: "Ich kann es nicht." Später wurde ihr klar, dass das Publikum schlicht müde und dadurch nicht wirklich erreichbar war. Es hatte gar nichts mit ihr zu tun.

Viele sabotieren sich genau hier. Ernste Gesichter, wenig Lachen, kaum Reaktion. Sofort meldet sich der innere Kommentator: “Die hassen mich. Ich bin schlecht."

Sabines Learning: Es gibt Menschen, die lachen einfach nicht. Das hat oft nichts mit dir zu tun. Ersetze “Das Publikum ist gegen mich" durch: “Das Publikum ist gerade irgendwo anders."

Warum ist ein großes Publikum manchmal leichter als ein kleines?

Sabines Satz ist herrlich kontraintuitiv: “100 ist viel anstrengender als 10.000."

Warum? Bei 100 Leuten lachen vielleicht drei Personen, das ist kaum zu hören. Bei 10.000 lachen 300. Das ist ein richtiger Lacher.

Ihr Bild: 100 Leute sind einfach zehn mal zehn. Hast du vor zehn Leuten Angst? Nein? Dann sieh auch die anderen Gruppen genauso entspannt.

In meinem Gespräch mit Sabine wurde klar: Bühnenpräsenz ist keine Frage der Publikumsgröße. Es ist eine Frage der Perspektive.

Praktisch: Teile große Gruppen gedanklich auf. Sprich zu den Zehnergruppen, nicht zur riesigen anonymen Masse.

Wie verändert eine Dankbarkeitshaltung den eigenen Auftritt?

“Ich finde es ein solches Geschenk, dass Menschen da sitzen, ich eine Bühne bekomme und ich zu ihnen reden darf."

Sabine weiß: Diese Menschen haben Geld bezahlt und Zeit investiert. Das ist ein Privileg, keine Bedrohung.

Wenn du das wirklich annimmst, wird die Bühne weniger zur Prüfung, mehr zur Gelegenheit. Sage dir vor jedem Auftritt: "Diese Menschen schenken mir ihre Aufmerksamkeit. Wie kann ich ihnen etwas Wertvolles zurückgeben?"

Das ist kein esoterischer Trick. Es ist ein Framing, das deinen Körper aus dem Alarmmodus holt und echte Selbstwirksamkeit erzeugt.

Warum sind Erlebnisse wirkungsvoller als Informationen?

Sabine belehrt ihr Publikum nicht. Sie sagt: “Das kann man nachlesen. Einmal googeln, und du hast es."

Stattdessen schafft sie Erlebnisse. In der Lanxess Arena ließ sie Tausende Menschen einander die Schultern massieren. Danach klatschten sie wie verrückt. Nicht weil die Übung neu war, sondern weil sie im richtigen Moment kam, mit einem klaren Warum dahinter.

Sabines Learning: Integriere ein bis zwei Erlebnis-Anker in deinen Vortrag. Eine Frage, eine kurze Interaktion, ein Mini-Experiment. Storytelling-Expertise entsteht durch mehr emotionale Wirkung.

Was bedeutet “aus der Narbe statt aus der Wunde erzählen”?

Sabine sagt: “Storytelling braucht immer Expertise. Rede nicht aus der Wunde. Rede aus der Narbe."

Eine dramatische Erfahrung allein ist noch keine gute Geschichte. Erst wenn du ein Learning daraus ziehen konntest, einen Schritt weiter bist, dann erst wird Storytelling wirksam.

Das ist auch Gelassenheit. Du stehst nicht nackt mit deinem Schmerz da. Du stehst mit Erfahrung und Klarheit da.

Wie hilft es, wenn das Publikum beim Denken zusehen kann?

“Für ein Publikum ist es am spannendsten, wenn es dir beim Denken zusehen kann."

Das ist das Gegenteil von Selbstsabotage. Selbstsabotage will perfekt sein. Gelassenheit entsteht, wenn du dir erlaubst, im Moment zu sein und zu reagieren.

Das Publikum wird dadurch zum Mitgestalter. Durch seine Resonanz merkst du, was wirklich ankommt und was du lieber loslassen kannst.

Fazit: Drei Hebel, die du sofort mitnehmen kannst

Sabines Transformation zeigt: Gelassenheit auf der Bühne ist keine angeborene Fähigkeit. Es ist eine Haltung, die du dir erarbeitest.

  1. Fokus: Weg von dir, hin zum Publikum.
  2. Haltung: Betrachte die Bühne als Geschenk, nicht als Prüfung.
  3. Erfahrung: Üben, scheitern, lernen. Dann aus den Narben berichten.

Probiere bei deinem nächsten Auftritt die 7 Learnings aus. Starte mit der einfachsten Frage: Was brauchen die Menschen da draußen jetzt von mir?

Das komplette Interview mit noch viel mehr Einblicken von Sabine Asgodom findest du hier:

FAQ: Häufige Fragen zu Gelassenheit auf der Bühne

Was hilft schnell gegen Lampenfieber vor einem Auftritt?

Der schnellste Hebel ist der Fokuswechsel: weg von der Selbstbeobachtung, hin zur Aufgabe. Geh vor dem Vortrag ins Publikum, rede mit Menschen. Zusätzlich helfen eine klare Struktur, Übung und ein persönliches Ritual.

Wie erkenne ich, ob ich mich selbst sabotiere?

Selbstsabotage zeigt sich durch inneres Bewerten während des Auftritts: "War das gut? Klingt meine Stimme komisch?" Sobald der Fokus auf dem Ich liegt statt auf dem Publikum, beginnt die Selbstsabotage.

Was tun, wenn das Publikum kaum reagiert?

Eine ausbleibende Reaktion ist kein Qualitätsurteil. Bleibe handlungsfähig: Variiere das Tempo, stelle Fragen, bringe Beispiele. Erinnere dich, dass das Publikum vielleicht einfach gerade woanders ist.

Wie viele Kernbotschaften sollte ein Vortrag haben?

Weniger ist mehr. Wenige, klare Kernideen plus Erlebnis-Anker wirken stärker als viele abgearbeitete Punkte. Drei bis fünf Kernbotschaften sind ein guter Rahmen.

Wie baue ich Selbstwirksamkeit auf der Bühne auf?

Durch wiederholte Erfahrung. Jeder Auftritt ist eine Übung. Wichtig: Berichte danach nicht aus dem Schmerz des Scheiterns, sondern aus dem Learning. Aus der Narbe, nicht aus der Wunde.

Wie startest du nun deinen Vortrag?

Wenn du jetzt beim Lesen gedacht hast: “Okay, Fokuswechsel hilft. Aber wie starte ich überhaupt mit meinem Vortrag auf der Bühne?“, dann lohnt sich ein Blick in mein kostenloses Workbook mit Video-Anleitung: “Der Kick-Start“.

Darin bekommst du die besten Einleitungs-Prinzipien, mit denen du Vorträge, Präsentationen, Webinare oder Videos sicher eröffnest – ohne lange zu grübeln, was du als erstes sagen sollst.

Eine gute Einleitung schafft Struktur. Und Struktur gibt dir Sicherheit und macht dich gelassener.

Hier kommst du zum Workbook!

Über den Autor

Ich bin Matthias Messmer, Regisseur und Speaker-Coach in Hamburg. Ich helfe Speakerinnen und Experten dabei, Vorträge, Keynotes, Webinare, Pitches und Videos dramaturgisch stark und wirkungsvoll zu inszenieren.

In meiner Arbeit geht es weniger um „noch mehr Inhalt". Es geht mehr um Wirkung: Präsenz, roter Faden, emotionale Dramaturgie. Bühnenpräsenz und Redeangst sind meine zentralen Themen, weil sie der Schlüssel dafür sind, dass Botschaften nicht nur verstanden, sondern auch gefühlt werden.

Hier findest du mich auf LinkedIn.

Du hast noch nicht genug? Hier gibt's weitere Blogbeiträge zum Thema:

Redeangst: Von schlotternden Knien zum mitreißenden Auftritt

Reden lernen durch reden - Wie du das freie Reden vor Publikum richtig übst 


Und hier kommst du zu meinem YouTube-Kanal mit weiteren spannenden Interviews:


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GSA Convention https://www.matthias-messmer.de/blog/gsa-convention/ https://www.matthias-messmer.de/blog/gsa-convention/#comments Tue, 17 Oct 2023 10:02:00 +0000 https://www.matthias-messmer.de/blog/gsa-convention/ Weiterlesen

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Wie Sie Erwartungen durchbrechen und eine gewohnte Veranstaltung zu einem neuen Erlebnis machen

Im Herbst hatte get messmerized* das Vergnügen, in enger Zusammenarbeit mit Ralf Schmitt und seinen Impulspiloten die jährliche Convention der German Speakers Association zu inszenieren.

GSA Convention Chairman Ralf Schmitt 1

Fotos von Birgit Probst

Für die GSA-Convention, die wichtigste Konferenz professioneller Keynote-Speaker im deutschsprachigen Raum, war Ralf Schmitt zum zweiten Mal Chairman und ich ebenfalls zum zweiten Mal für die Regie verantwortlich. 

Das Motto der beiden Tage war "Disruption" und wir ließen dieses vielbeschworene Phänomen durch den Bruch mit Erwartungen erlebbar werden. Dabei wurden nicht nur gewohnte Muster der Veranstaltung durchbrochen, sondern auch so manche Erwartung der Gäste übertroffen.

GSA-Präsident Peter Brandl fasst es so zusammen:

GSA Disruption Berlin 09092018 110

Ich will hier drei wesentliche Dinge herausgreifen, die sich auch auf andere Veranstaltungen übertragen lassen, nämlich:


  1. Was passiert, wenn man eine gewohnte Dramaturgie einmal radikal auf den Kopf stellt?
  2. Wie eröffnet man mit einem ungewöhnlichen Raum-Setup neue Perspektiven?
  3. Welche Dynamik entsteht, wenn man nicht alle Karten auf den Tisch legt, sondern noch einen Trumpf im Ärmel hat?

1. Dramaturgie: Heilsame Irritation

Als sich am ersten Tag die Türen zum Plenumssaal öffnen, sind die Gäste zunächst irritiert - der Saal ist leer! Es gibt keine Tische und Stühle. Stattdessen ein Pult mit Turntables und ein DJ spielt DanceFloor.

GSA Convention Intro 6

Der Raum ist in stimmungsvolles Partylicht und Nebel getaucht. Die ersten Gäste wippen im Takt, ein Lächeln breitet sich auf ihren Gesichtern aus. Die Begrüßungen werden herzlicher, ausgelassener. Alle sind schlagartig wach und gespannt, was sie auf dieser GSA-Convention erwartet.

GSA Convention Regisseur Matthias Messmer 200

Ralf Schmitt, der als Chairman die beiden Tage der GSA-Convention auch komplett moderiert, erklärt schmunzelnd seine Idee: "Wir dachten uns, wir beginnen diesmal mit dem Ende: der Abschlussparty". Er bekommt "Standing Ovations" von den Teilnehmern - denn noch gibt es keine Stühle.

Bevor er die Agenda vorstellt, nutzt er den leeren Raum für eine direkte Befragung der Teilnehmer mit Hilfe einer "Soziometrie": Wie groß ist die Begeisterung für die GSA bei jedem Gast?

GSA Convention Soziometrie 1

Auf einer Skala von 0 bis 100 können sich die Teilnehmer im Raum zuordnen. Ralf Schmitt befragt einzelne Gäste zu ihrem Standpunkt und sammelt dabei schon zu Beginn einige interessante Statements.

2. Raum-Setup: Die Letzten werden die Ersten sein

Um "Disruption" auch räumlich erfahrbar zu machen, betreiben wir einen gewissen Aufwand, denn am ersten Tag der Convention gibt es zwei Bühnen, die eine hell und warm, die andere kühl und nüchtern.

Auch als die Zuschauer endlich auf Stühlen Platz genommen haben, sind sie gezwungen, immer neue Perspektiven einzunehmen, denn die Bühnen werden abwechselnd, mit unter gleichzeitig bespielt und einige Dinge passieren auch mitten im Saal.

GSA Convention Raum 2

Ralf Schmitt schafft den gesellschaftlichen Bezug: "Du weißt nie, wo die Musik spielt. Was eben noch vorne war, ist im nächsten Moment plötzlich hinten".

Und die Journalistin Nicole Bußmann interpretiert in ihrem Bericht in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Training Aktuell:


"Das stete Stühlerücken am ersten Kongresstag ist eine eindrückliche Metapher für die dieser Tage erforderliche Beweglichkeit."

3. Der Trumpf im Ärmel

Besonders raffiniert und effektiv ist es allerdings, wenn man eine gesetzte Konvention scheinbar erfüllt, aber dabei ein Muster durchbricht. In unserem Fall ist es die Konvention eines Gastredners: 

Der Kommunikationschef eines bekannten internationalen Energiekonzerns, Thomas Dübe, spricht über "Sinn und Unsinn eines externen Speakers im Konzern".

GSA Convention FakeSpeaker 7

Dübe provoziert die anwesenden Speaker mit steilen Thesen, wonach sie viel zu teuer und nicht individuell genug auf Konzertveranstaltungen zugeschnitten sind. In Kleingruppen sollen die Redner gute Argumente für ihr Tun zusammentragen und eine Daseinsberechtigung liefern.

GSA Convention FakeSpeaker 3 1

Was dann passiert, bringt Nicole Bußmann in Ihrem Artikel schön auf den Punkt:

"Engagiert, beinahe empört, melden die Redner an Dübe zurück: Sie bewirken mehr als der Prophet im eigenen Haus, sie können Glaubenssätze hinterfragen, einen externen Blickwinkel einnehmen, aufrütteln... und merken gar nicht: Sie werden liebevoll vorgeführt. Denn Dübe ist gar kein Speaker-Einkäufer, sondern Improkünstler. Am eigenen Leib lässt er die Redner erfahren, was eine Rede kann: zum Beispiel Zuhörern den Spiegel vorhalten…"

Training Aktuell

Es gibt frenetischen Applaus, als wir das Geheimnis lüften. Und noch lange danach wird dieser Moment von den Teilnehmern als in jeder Hinsicht wachrüttelnd gelobt.

GSA Convention Teilnehmer 5

Nicole Bußmanns Resume in Training Aktuell:

"…unterhaltsam ist alles an diesen zwei Tagen, fulminant zum Abschluss gebracht mit einem Video: Darin rocken Ralf Schmitt, GSA-Präsident Peter Brandl, Martin Sänger und Margit Hertlein selbstironisch im Sprechgesang über „Das ist unser Rednerleben“. Die Convention in Berlin zeigt ein anderes, besseres Rednerleben: Redner, die networken, lachen und feiern." 

Training Aktuell

Unser vorproduziertes Musikvideo spricht den anwesenden 300 Rednern aus der Seele und erntet am Ende der ereignisreichen Tage echte Standing Ovations! 

Erleben Sie hier "Speakers Life"

Freude und Erleichterung auch beim Leitungs-Team: hier nehme ich mit Mirja Dajani von den Impulspiloten den Dank des GSA-Präsidenten entgegen:

GSA Convention Regisseur Matthias Messmer 3

Sehen Sie hier eine kurze Video-Zusammenfassung der GSA-Convention

Und hier das "Tagebuch" zur GSA-Convention sowie weitere Informationen zur German Speakers Association

Welche Veranstaltung planen Sie gerade?

Tragen Sie sich auch mit dem Gedanken, einmal alles anders zu machen?

Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf und gönnen Sie sich einen Sparringspartner für die Entwicklung frischer Ideen!

Matthias Messmer

Regisseur & Künstlerischer Leiter von get messmerized*

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Wie rhetorische Mittel dein Publikum überzeugen und begeistern https://www.matthias-messmer.de/blog/wie-rhetorische-mittel-dein-publikum-ueberzeugen-und-begeistern/ https://www.matthias-messmer.de/blog/wie-rhetorische-mittel-dein-publikum-ueberzeugen-und-begeistern/#comments Thu, 16 Sep 2021 16:46:00 +0000 rhetorische Mittel https://www.matthias-messmer.de/blog/wie-rhetorische-mittel-dein-publikum-ueberzeugen-und-begeistern/ Weiterlesen

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Rhetorische Mittel haben mitunter einen zweifelhaften Ruf. Zurecht?

Ich finde nicht, denn sie bringen deine Kommunikation auf emotionale Weise nach vorn - wenn du sie entsprechend einsetzt. Darum solltest du Rhetorik lernen.

Die Teilnehmer in meinen Webinaren, Trainings und Coachings sprechen immer wieder davon, dass sie Angst haben, ihr Publikum zu langweilen - und ich kenne das auch:

Nichts ist schlimmer, als auf der Bühne oder bei einer Online-Präsentation in gähnende Gesichter zu schauen und am Publikum vorbei zu reden.

Natürlich will jeder mit seinem Auftritt die Zuschauer überzeugen und begeistern. Und Profi-Speaker wünschen sich am Ende ihrer Keynote Standing Ovations.

Doch wie erzielt man so eine emotionale Wirkung beim Publikum?

In diesem Beitrag zeige ich dir, worauf du beim Formulieren deiner Inhalte und Gedanken achten solltest. Und es sind gerade rhetorische Mittel, die dir dabei helfen, auch komplexe Informationen anschaulich und spannend darzustellen, damit dir deine Zuhörer emotional folgen und du sie von deiner Botschaft überzeugen und wirklich begeistern kannst.

Doch zunächst stellt sich dir vielleicht diese Frage:

Was sind rhetorische Mittel und was haben sie überhaupt mit deinem Auftritt zu tun?

Ich bin jetzt mal ganz ehrlich: Bisher habe ich in meiner Arbeit rhetorische Mittel praktisch nicht erwähnt, denn Rhetorik ist mitunter negativ besetzt:

  • Rhetorische Mittel in einem Gespräch zu verwenden hat schnell den Beigeschmack von Manipulation.

  • In der sogenannten Schwarzen Rhetorik, wird die Gesprächs-Führung gezielt als Gesprächs-Verführung eingesetzt, ohne dass das Gegenüber es bewusst wahrnimmt.

  • Auf manche wirkt der Begriff, der auf das altgriechische rhētorikḗ („Redekunst“ oder „Kunst der Beredsamkeit“) zurückgeht, akademisch und nicht mehr zeitgemäß.

  • Und beim freien Reden in einem Webinar oder YouTube-Video irgendwelche rhetorischen Mittel gezielt einzusetzen, erscheint vielen als zu didaktisch und un-spontan.

Das sind alles Gründe, warum ich bisher sämtliche Begriffe und Stilmittel vermieden habe, die auch nur im entferntesten nach Rhetorik "riechen".

Im Regie-Studium haben wir natürlich die Grundlagen der "Redekunst" und die "Lehre von der wirkungsvollen Gestaltung der Rede" inklusive rhetorische Mittel gelernt. Ich habe vieles davon erstmal zur Seite geschoben, obwohl in den großen Theater-Dramen die wirkungsvolle Rede eine entscheidende Rolle spielt und selbst Hollywood-Blockbuster setzen sie in dramatischen Momenten effektvoll in Szene.

Als ich jedoch anfing, diesen Beitrag zu schreiben, wurde mir bewusst, wie häufig ich im Training und Coaching rhetorische Mittel vorschlage, um einer Keynote, einer Präsentation, einem Webinar oder Video eine unterhaltsame, überraschende oder spannende Wendung zu geben.

Und ich beobachte immer wieder: Wenn wir rhetorische Mittel verwenden, erscheinen wir vor Publikum souveräner und präsentieren selbstbewusster. So können wir leichter Mitarbeiter, Kollegen oder Kunden für uns gewinnen.

Denn letztendlich geht es bei jedem Auftritt um eine klare und gelungene Kommunikation, mit der wir unser Publikum in unseren Bann ziehen und von unserer Botschaft überzeugen.

Und genau das werden wir jetzt tun!


Rhetorische Mittel Speaker Coaching Matthias Messmer

Wie du Rhetorik richtig nutzt

Grundsätzlich gilt: Sei in deiner Rede, Präsentation oder in deinen Webinaren und Videos authentisch.

Rhetorische Mittel einsetzen bedeutet nicht, dass du plötzlich komplizierte Satzkonstruktionen und Fremdwörter verwendest, die dein Publikum sonst nicht von dir zu hören bekommt.

Unbedingt solltest du deine gesprochene Sprache vereinfachen und deine Sätze verkürzen. Denn das Publikum muss dir folgen können und deine Inhalte richtig verstehen. Je komplexer diese sind, um so klarer und einfacher solltest du sie formulieren. Denn wenn du live präsentierst, können die Zuschauer nicht zurückblättern, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Und nur die wenigsten machen sich Notizen.

Gehe also immer davon aus, dass sie sich nur einen Bruchteil deiner Inhalte merken können. Während du zu ihnen sprichst, müssen sie deine Informationen mit ihrem eigenen Wissen abgleichen und für sich neu interpretieren.

Darum sind rhetorische Mittel so wichtig, denn sie helfen deinen Zuschauern, verbale Informationen besser zu verarbeiten und zu verankern.

Welche rhetorischen Mittel haben welchen Effekt?

Schauen wir uns also einmal an, welche rhetorischen Mittel dir helfen, eine bestimmte Wirkung zu erzielen und in welchen Momenten du sie unbedingt nutzen solltest.

These und Statement sind ideale rhetorische Mittel für den Einstieg

Mit einer überraschenden These oder einem provokativen Statement sicherst du dir gleich zu Beginn eines Auftritts die volle Aufmerksamkeit.

Ein mega-starkes Beispiel liefert Moderatorin und Sexpertin Maureen McGrath gleich im 1. Satz ihrer TEDx-Rede:

"If you never want to have sex again - get married!"

Zack, das hat gesessen! Und schon sind wir mitten im Thema und neugierig, wohin die Reise geht!

Im klassischen Aufbau einer Rede stehen These und Statement darum auch am Beginn einer Argumentation und zeigen nicht nur, worüber der Redner spricht, sondern machen auch seinen persönlichen Standpunkt klar. In diesem Fall ist es eine These, die Maureen McGrath im Laufe ihrer Rede widerlegt.

Du siehst, es geht bei rhetorischen Mitteln nicht um die Verschleierung, sondern um die Klärung und pointierte Zuspitzung von Meinungen und Absichten.

Nutze dieses rhetorische Mittel nicht nur bei einem weltbewegenden TED-Talk, sondern auch bei einer einfachen Präsentation und deine Zuhörer sind selbst in einem eingeschlafenen JourFix-Meeting plötzlich hellwach!

Rhetorische Mittel These Speaker Coaching Matthias Messmer

Führe über Antithese zur Synthese - ohne Konjunktive!

Im nächsten Schritt kannst du Gegenthesen und Argumente vorwegnehmen, die sich deinen Zuhörern unter Umständen aufdrängen, während sie deinen Ausführungen folgen:

"Ich kann mir vorstellen, Ihr denkt jetzt sicher..."

Damit sprichst du die Meinung deiner Zuschauer laut aus und aktivierst ihr Mitdenken:

"Denke ich das wirklich? Bin ich tatsächlich dieser Meinung?"

So wird dein Vortrag kein Monolog, sondern entwickelt sich zu einem Dialog mit deinem Publikum, auch wenn es dir nicht laut antwortet.

Außerdem kannst du das rhetorische Mittel der Antithese gut für deine weitere Argumentation gebrauchen und zu einer nachvollziehbaren Synthese führen:

"Und genau darum sage ich Euch..."

Das ist die ideale Überleitung für einen Appell oder Call to Action am Schluss deines Vortrags!

Wichtig bei alle dem: Verwende eine unmissverständliche und überzeugende Sprache. Das erreichst du, in dem du Konjunktive konsequent aus deinen Formulierungen streichst. Worte wie

  • hätte
  • könnte
  • sollte
  • müsste
  • möchte
  • dürfte

verwässern deine Statements und Argument. Schaffe Fakten und gib deinen Zuhörern Orientierung.

Oder stell dir im Umkehr-Schluss einmal Barack Obamas berühmte Wahlrede vor. Wie wäre die emotionale Wirkung gewesen, wenn er sein entschiedenes

"Yes, we can!"

mit einem Konjunktiv abgeschwächt hätte:

"Yes, we could!“
Rhetorische Mittel Fragen Speaker Coaching Matthias Messmer

Stelle echte und rhetorische Fragen: "Wer fragt führt!"

Zugegeben, die Weisheit "Wer fragt, der führt" kennen wir zur Genüge aus klassischen Führungskräfte-Seminaren. Als rhetorisches Mittel sind uns Fragen allerdings willkommen, weil auch sie unsere Zuschauer aktivieren und zu Mitdenkern machen.

Wir unterscheiden zwischen drei verschiedenen Fragetypen:

a) Die echte Frage

Echte Fragen sind ein ideales rhetorisches Mittel zur Aktivierung und direkten Einbindung des Publikums.

Ein Teilnehmer in meinem Präsentationstraining, ein Marketingchef in einem mittelständischen Unternehmen, wollte seine Kollegen aus der Vertriebsabteilung mit seiner Präsentation zum Umdenken bewegen. Ich riet ihm:

Statt deinen Zuhörern gleich die Zahlen, Daten und Fakten zu liefern, die alle von dir erwarten, dreh den Spieß um und beginne deine Präsentation mit einer einfachen Frage:

"Was schätzen Sie, wie viele Produkte haben wir in unserem Sortiment?"

Jetzt müssen die Kollegen aus dem Vertrieb ganz schnell ihr Gehirn von passivem Zuhören auf aktives Mitdenken umschalten, weil es peinlich wäre, wenn sie diese Zahl nicht sofort aus ihrem Gedächtnis hervorzauberten!

Man kann dann auf unterschiedliche Art mit den Antworten umgehen. Entscheidend ist, dass man den Trumpf in der Hand behält: die richtige Auflösung zur Frage. Und ob man den Trumpf gleich am Anfang ausspielt oder erst am Schluss, ist natürlich auch ein rhetorisches Mittel.

b) Die rhetorische Frage

Auf diese Frage erwartest du keine Antwort, da sie allen Beteiligten klar ist. Darum werden deine Zuhörer die Frage im Kopf für sich beantworten, das ist eine Art Reflex. Entscheidend ist, dass dieses rhetorische Mittel deine Argumentation verstärkt und die Zuschauer dir bei deinen folgenden Ausführungen im besten Fall zustimmen werden.

c) Die rhetorische Doppel-Frage

Diese Kombination ist besonders wirkungsvoll, weil deine erste Frage die zweite vorbereitet - was jedoch niemand weiß. Darum eignet sie sich gerade, wenn du Leute zum Umdenken ermutigen willst, weil damit eine Überraschung und ein Aha-Moment verbunden sind.

Du kannst dabei sowohl zwei echte Fragen als auch zwei rhetorische Fragen auf einander beziehen.

Nehmen wir das Beispiel des Marketingchefs als Vorlage für eine echte Doppelfrage:

"Was schätzen Sie, wie viele Produkte haben wir in unserem Sortiment?"

Diese Zahl können die Kollegen aus dem Vertrieb noch beantworten. Doch dann kommt die zweite Frage, mit der keiner gerechnet hat:

"Und wie viele dieser Produkte werden von unseren Kunden so gut wie nie gekauft?"

Spätestens hier geht das Vorwissen der Zuhörer in die Knie. Und wenn der Marketingchef ihnen dann sagen kann, dass etwa ein Drittel aller Produkte eigentlich Ladenhüter sind, hat er einen Aha-Moment geschaffen, der ihm den Weg bereitet, mit seinen Kollegen über eine Verschlankung des Sortiments ernsthaft nachzudenken.

Apropos Zahlen, Daten, Fakten und komplexe oder abstrakte Sachverhalte:

Rhetorische Mittel Agitation Speaker Coaching Matthias Messmer

Diese rhetorischen Stilmittel können deine Inhalte plastisch veranschaulichen

Im Folgenden zeige ich dir so genannte Gedankenfiguren oder Redefiguren, die wir oft ganz unbewusst anwenden. Es sind sprachliche Kunstgriffe für deine Überzeugungsarbeit, um deine Inhalte emotional aufzuladen und plastisch zu gestalten.

Die Allegorie = eine Parallele ziehen

Die Allegorie ist ein anschauliches rhetorisches Mittel, um deinem Publikum ein Gefühl für abstrakte Sachverhalte zu geben. Dabei kannst du nicht nur Gegenstände oder Lebewesen, sondern auch Situationen heranziehen, die deiner Zielgruppe vertraut sind und sofort eine konkrete Vorstellung auslösen:

"Das ist so, als ob Sie versuchen, mit einem Schraubenzieher einen Nagel in die Wand zu schlagen."

Hier trifft ein Werkzeug auf das falsche Material und deine Zuschauer können diese Situation sofort "miterleben" und auf den abstrakten Sachverhalt übertragen, den du damit veranschaulichen willst.

Die Analogie = ein Vergleich

Bei einer Ananlogie setzt du zwei unterschiedliche Dinge in einen Vergleich, um etwas zu veranschaulichen. Ein schönes Beispiel liefert Mark Twain, ein Meister rhetorischer Mittel, wenn er uns in einer Analogie den scheinbar kleinen Unterschied zwischen dem "richtigen Wort" und dem "beinahe richtigen Wort" erklärt:

"Der Unterschied ist der gleiche wie der zwischen Blitz und Glühwürmchen!"

Durch diese Analogie bekommen wir sofort eine Ahnung, wie groß der Unterschied tatsächlich sein kann. Und weil die beiden Dinge gut gewählt sind, schmunzeln wir unweigerlich. Eine Analogie eignet sich also auch, um eine Prise Humor ins Spiel zu bringen.

Die Metapher = eine bildhafte Entsprechung

Mit dem rhetorischen Mittel der Metapher schaffst du einen bildhaften Vergleich, der emotional und einprägsam ist.

Eine Teilnehmerin meiner Vortrags-Werkstatt wurde in ihrem Umfeld als

"Jeann D'Arc der Kultur-Branche"

bezeichnet. Natürlich habe ich ihr geraten, diese metaphorische Beschreibung für ihre Anmoderation zu nutzen, weil ihre Zuschauer sofort ein emotionales Bild von ihr und ihrer Arbeit bekommen, das hängen bleibt.

Du siehst anhand dieser Beispiele, dass es in der gesprochenen Rede, bei Präsentationen und Vorträgen immer darum geht, mit rhetorischen Mittel komplexe Dinge nachvollziehbar und greifbar zu machen.

Gib deinen Zuhörern sprachliche Bilder, die sie sich vorstellen und merken können.

Darum beherzige auch das folgende rhetorische Mittel:

Weg mit den Kommastellen

In einer Excel-Tabelle wollen wir es ganz genau wissen, hier spielt auch die Zahl hinter dem Komma eine große Rolle. Anders ist das bei einer Präsentation: Da kannst du die Nachkommastellen durchaus auf- oder abrunden, um in den Köpfen deiner Zuhörer eine klarerer Vorstellung vom Sachverhalt entstehen zu lassen:

"32,17 Prozent der Deutschen" 

ist nicht so klar und einprägsam wie

"ca. 30 Prozent der Deutschen"

Und wenn du es noch deutlicher machen willst, sprich von

"Etwa ein Drittel der Deutschen"

oder "personifiziere" die Zahl:

"Jeder dritte Deutsche..."

Das ist noch bildhafter, denn jetzt sehen wir einen Menschen vor uns, während du uns den Sachverhalt erklärst.

Du siehst: Auch das Vereinfachen und "ins Bild setzen" ist ein rhetorisches Mittel, das deinen Zuschauern hilft, sich abstrakte Informationen konkret vorzustellen und zu merken.

Mit diesen rhetorischen Mitteln schaffst du emotionale Steigerung

Wenn du zum Ende deiner Präsentation oder Rede dein Publikum zu Standing Ovations mitreisen willst, musst du schon im Vorfeld eine emotionale Steigerung Stück für Stück aufbauen.


Rhetorische Mittel Wiederholung Speaker Coaching Matthias Messmer

Wiederholung bringt Struktur und Folgerichtigkeit

Du kannst durch Wiederholung einzelner Worte ("Stück für Stück") oder ganzer Sätze die Emotion deiner Zuschauer wachrütteln. Die Wiederholung bringt Rhythmus in deine Sprache und schafft Struktur, denn wiederkehrende Muster lassen Gedankengänge logisch und folgerichtig erscheinen.

Wie mächtig dieses rhetorische Mittel ist, erleben wir in der schon erwähnten Wahlrede Barack Obamas:

Er nutzt die Wiederholung einzelner Worte:

"We rise or fall as one nation — as one people."

Er wiederholt die Wiederholung einzelner Worte:

"...block by block, brick by brick, callused hand by callused hand."

Er wiederholt seinen Appell am Satzanfang:

"Let us resist... Let us remember..."

Und er variiert wiederholte Satzanfänge:

"And, to those Americans who... And to all those... To those who... And to all those who..."

Mit diesen Wiederholungen und Variationen von Wiederholungen hat Obama bereits eine emotionale Basis geschaffen, wenn er schließlich im letzten Teil seiner Rede die einfache aber klare Aussage anbringt, die jedem in Erinnerung bleibt, der die Rede hört:

„Yes, we can!“

Die Wiederholung dieser Aussage als rhetorisches Mittel gibt dem letzten Abschnitt einen gedanklichen roten Faden, an dem Obama unterschiedlichste gesellschaftliche Entwicklungen festmachen und bündeln kann.

Denn Barack Obama wiederholt die Aussage nicht nur ein- oder zweimal - nein 7 mal!

Dabei entsteht beim Zuschauer ein hochemotionaler Mitzieh-Effekt, weil er das Muster erkennt und der nächsten Wiederholung in neuem Kontext geradezu entgegenfiebert.

Und natürlich gipfelt die Rede in einer letzten Wiederholung, schafft damit einen emotionalen Höhepunkt - und unterstreicht die Entschlossenheit des Redners.


Rhetorische Mittel Pathos Speaker Coaching Matthias Messmer

Die Sache mit dem Pathos

Du denkst jetzt sicher, was ein amerikanischer Präsident in der Wahlnacht seinem Volk zuruft ist eine Sache - was du deinen Kunden oder Kollegen mitteilen willst, eine ganz andere.

Und ja, die Wiederholung einzelner Worte oder ganzer Sätze als rhetorisches Mittel in einer Präsentation wirkt schnell pathetisch.

Doch genau dieses Pathos (altgriechisch: Schmerz, Leidenschaft) bringt die emotionale Beteiligung, auf die wir zielen, wenn wir tatsächlich Standings Ovations erreichen wollen. Also ist uns dazu jedes (rhetorische) Mittel recht!

Und übrigens ist Pathos seit Aristoteles ein wesentliches Überzeugungsmittel der klassischen Rhetorik, mit dessen Hilfe die Rede als emotionaler Appell auf das Publikum ausgerichtet wird.

Es geht also nicht darum, Pathos grundsätzlich zu vermeiden, sondern die richtige Anwendung für dein Thema und dein Publikum zu finden!

Übrigens:

Wie du dein Thema wirkungsvoll auf dein Publikum abstimmst erfährst du in meinem Beitrag: 

"Vortrag planen: Warum Sie nicht beim Inhalt starten sollten" 

Wiederholung als humorvoller Drehpunkt

Das rhetorische Mittel der Wiederholung kann nämlich auch Humor und Spaß in deine Rede bringen und einen besonders wichtigen Moment hervorheben.

Ein raffiniertes Beispiel dieses rhetorischen Mittels lieferte Steve Jobs, als er das erste iPhone präsentierte. Er spricht zunächst von drei bahnbrechenden „Devices“, die Apple entwickelt hat und die er uns heute vorstellen möchte:

"The first one: is a widescreen iPod with touch controls.

The second: is a revolutionary mobile phone.

And the third: is a breakthrough Internet communications device."

Doch bevor er die drei Geräte zeigt, wiederholt er die drei Begriffe, was das Publikum schon etwas irritiert:

"So, three things: a widescreen iPod with touch controls; a revolutionary mobile phone; and a breakthrough Internet communications device."

Nach einer kurzen Pause wiederholt er nochmal:

"An iPod, a phone, and an Internet communicator. An iPod, a phone… are you getting it?"

Die Zuschauer müssen plötzlich lachen, denn jetzt ist der Groschen gefallen:

"These are not three separate devices, this is one device, and we are calling it iPhone."

Auch dieses rhetorische Mittel verfehlt seine Wirkung nicht und wir können als Zuschauer besser begreifen, welch bahnbrechende Technik dieses kleine Telefon in sich vereint.

Darum breche ich eine Lanze für rhetorische Mittel, weil sie unserem Publikum helfen, verbale Informationen emotional zu verarbeiten und zu verankern.

Du fragst dich jetzt sicher: Wie kann ich Rhetorik trainieren?

Was sind die besten Rhetorik Übungen?

Bevor du dich jetzt an deinen Computer setzt, und den Text für deine nächste Präsentation, deinen nächsten Vortrag, dein Webinar oder Video in einem Word-Dokument zu entwickeln versuchst, um dabei so viele rhetorische Mittel wie möglich anzuwenden, möchte ich dir unbedingt eine fundamentale Übung ans Herz legen:

Mit der Rhetorik-Übung Sprech-Denken kommst du gar nicht in Versuchung, komplizierte Schachtelsätze zu konstruieren, sondern du formulierst deinen Text laut und entwickelst eine schlüssige gesprochene Sprache.

Die Übung stammt von Vera Birkenbihl. In meinem Beitrag "Reden lernen durch reden - Wie Sie das freie Reden vor Publikum richtig üben" beschreibe ich genau, wie sie funktioniert und warum jeder Redner - und wenn es nur vor fünf Kollegen ist - das Sprech-Denken beherrschen sollte.

Bei dieser Rhetorik-Übung kannst unterschiedliche rhetorische Mittel spielerisch ausprobieren und trainieren, um sie dann nicht nur in einem Vortrag, sondern auch bei einem spontanen Redebeitrag in Gesprächen und Meetings anzuwenden.

Und die Moral von der ganzen Geschichte:

  • Rhetorik hat nichts mit unseriöser Manipulation des Publikums zu tun

  • Rhetorik-Regeln geben dir schon in der Vorbereitung ein Gerüst und fungieren als Gradmesser bei der Priorisierung deiner Inhalte

  • Rhetorische Mittel helfen dir, deine Gedanken klarer zu formulieren, zu veranschaulichen und von deinem Publikum besser verstanden zu werden

  • Nutze auch eine wohldosierte Prise Pathos, um deinen Auftritt emotional zu steigern. Emotionen verankern Informationen

  • Mit rhetorischen Stilmitteln wird dein Auftritt unterhaltsamer und humorvoller

  • Es lohnt sich, Rhetorik zu lernen, um - auch spontan - souveräner und selbstbewusster aufzutreten

P.S.:

Ein wesentlicher erster Schritt für einen überzeugenden Vortrag ist übrigens Dramaturgie: Ein guter Spannungsbogen kann die Zuschauer bis zum Schluss fesseln. Und wenn sich der Kreis am Ende schließt, sprechen wir von einem rhetorisch schlüssigen Vortrag.

Mit meinem Workbook DER ROTE FADEN erhältst du eine Universal-Dramaturgie, mit der du auch komplexe Inhalte für Vorträge, Webinare, Videos, etc. schnell und schlüssig strukturieren kannst.

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Mit der Pandemie hat sich nicht nur das Corona-Virus rasant verbreitet, sondern auch die Videokonferenz erlebte eine ungeahnte Blüte - und sie ist gekommen, um zu bleiben. Was gut ist für das Klima, drückt manchem auf die Stimmung.

Geht dir das auch so? Ich kenne einige Führungskräfte, Projektleiter, Berater sowie Trainer und Coaches, denen beim Blick in den Wochenkalender mit mehreren Videokonferenz-Terminen pro Tag ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Die Meetingitis wütet schlimmer denn je!

Wie schaffst du es, deine Videokonferenz so zu gestalten, dass alle gern und aktiv mitmachen und sie nicht als Zeitverschwendung erleben? Dazu stellt sich zuerst die entscheidende Frage:

Wozu veranstalten wir Videokonferenzen überhaupt?

Also was ist der Anlass deiner Videokonferenz und welche Ziele willst du erreichen?

  • Du führst mit Auftraggebern ein Briefing-Gespräch, um ihr Anliegen richtig zu verstehen

  • Du verhandelst mit Geschäftspartnern und präsentierst Ergebnisse deiner Arbeit

  • Du korrigierst mit Projektteilnehmern die Strategie und planst die nächsten Schritte

  • Du bist eingeladen,eine abgeschlossene Zusammenarbeit mit anderen Verantwortlichen auszuwerten...

In meiner Rolle als Führungskraft bei der Blue Man Group und der Joop van den Ende Academy habe ich auch diese Situationen in Meetings und Videokonferenzen erlebt:

  • Du willst deine Mitarbeiter motivieren und ihnen in schwierigen Zeiten Mut machen

  • Du willst mit Vorgesetzten und Kollegen den Zwischenstand oder das Ergebnis eines Projekts analysieren

  • Du musst einschneidende Veränderungen ankündigen, die nicht allen gefallen werden...

Es gibt natürlich noch viel mehr Anlässe für eine Videokonferenz. Effizient wird sie allerdings nur, wenn es neben dem Austausch von Informationen um echte Interaktion, das Entwickeln von Ideen und das Treffen von Entscheidungen geht. Dies ist eine wichtige erste Voraussetzung, damit die Teilnehmer nicht wegdösen oder nebenbei andere Dinge erledigen, sondern am Ball bleiben und aktiv werden.

Wie steuerst du ein (Online-) Meeting zielführend?

Im besten Fall hältst du in der Videokonferenz keinen Monolog, sondern gehst in einen echten Dialog mit deinen Gesprächspartnern. Du kannst deine Präsentation zwar minutiös vorbereiten, wie die Gespräche verlaufen, kannst du leider nicht planen.

Und trotzdem solltest du dich gut vorbereiten, um die Zeit in der Videokonferenz zielführend für dich zu nutzen.

Aber wie machst du das, wenn du kein Hellseher bist?

Es gibt eine Gemeinsamkeit mit Vorträgen und Präsentationen: Auch eine Videokonferenz entwickelt sich in einer vorgegebenen Zeit. Und es ist für alle Beteiligten frustrierend, wenn diese Entwicklung auf der Stelle tritt. Also wenn die Teilnehmer am Ende keine neuen Erkenntnisse gewonnen, keine Ideen generiert und keine Entscheidungen getroffen haben - und die Videokonferenz viel länger gedauert hat, als ursprünglich geplant.

Videokonferenz mitreissend gestalten Matthias Messmer Regisseur Speaker Coach 1

Auch eine Videokonferenz braucht eine Dramaturgie


Darum rate ich dir, deine Teilnahme an einer Videokonferenz gut vorzubereiten und dir nicht nur Gedanken über die Ziele zu machen, sondern eine Dramaturgie zu entwickeln. Gerade, wenn für dich einiges auf dem Spiel steht und du der "Veranstalter" bist.

Den tatsächlichen Verlauf einer Videokonferenz kannst du zwar nicht voraussagen, im Hinblick auf dein Ziel kannst du dir aber überlegen, wann du bestimmte Themen am Besten ansprichst und vor allem, in welcher Form du sie auf den Tisch packst.

Liefere deinen Teilnehmern z.B. nicht gleich Ergebnisse, sondern lasse sie erstmal ihren Wissensstand einbringen:

"Was schätzt ihr, wie viele Neukunden konnten wir im vergangenen Halbjahr gewinnen?"

Lasse sie ihre Schätzung in den Videokonferenz Chat schreiben - oder auf einen Zetteln, den sie erst später zeigen.

Oder:

"Was schätzt ihr, haben wir dieses Jahr mehr als 10 Prozent plus gemacht oder weniger?"

Wer "mehr" sagt, tut nichts und bleibt sichtbar. Wer "weniger" meint, deckt die Kamera mit dem Daumen ab. Sodass ein rötlicher Bildschirm zu sehen ist.

Jetzt sind natürlich alle auf die Auflösung gespannt. Tue ihnen den Gefallen nicht, sondern nutze ihre Neugierde und gib ihnen die wahren Zahlen, Daten und Fakten erst im Laufe der Videokonferenz. So erreichst du eine höhere innere Beteiligung bei den Teilnehmern und sie haben mehr Spaß, bei der Sache zu bleiben.

Auf solche dramaturgischen Kniffe kommst du, wenn du genau weißt, was du in der Videokonferenz bei den Teilnehmern bewirken willst. Darum überlege dir zuerst:

Was ist das "Reiseziel" der Videokonferenz?

Wenn du dich zeitsparend und effizient vorbereiten willst, richte deinen Fokus nicht ausschließlich auf die Inhalte der Videokonferenz, sondern gehe zuerst diese drei Schritte, um dein "Reiseziel" zu definieren:

  1. Überlege, wer deine Gesprächspartner sind und mit welchen Erwartungen und Wünschen diese Menschen in die Videokonferenz kommen

  2. Frage dich: Was willst du bei ihnen bewirken, was sollen sie im Lauf der Videokonferenz verstehen, am Ende mitnehmen und in der Folge im besten Fall tun?

  3. Formuliere für dich eine Botschaft, die Schritt 1 und Schritt 2 eindeutig auf den Punkt bringt

In meinem Workbook DER ROTE FADEN beschreibe ich diesen Reiseziel-Prozess ausführlicher und gebe dir eine universelle Dramaturgie an die Hand.

Natürlich kannst du im Vorfeld nicht zu 100 Prozent wissen, wann der richtige Moment gekommen ist, deine Botschaft laut auszusprechen. Das wird vielleicht auch gar nicht nötig sein.

Solange du deine Botschaft vor Augen hast, wirst du in der Videokonferenz klar und entschlossen auftreten und deine Ziele unmissverständlich kommunizieren.

Wichtig: Kommunikation ist keine Einbahnstraße: Nicht nur du willst von den Teilnehmern gehört werden.

Menschen fühlen sich gehört, wenn sie... gehört werden

Die ewigen Monologe in Videokonferenzen (und auch in anderen Meetings) sind frustrierend. Wenn du willst, dass sich die Teilnehmer deiner Videokonferenz einbezogen fühlen, interessiert mitmachen und mitdenken, dann... beziehe sie wirklich mit ein!

"Heute teile ich euch mit, für welche Kampagne wir uns entscheiden sollten und warum."

Zweck und Ziel der Videokonferenz ist jetzt allen Beteiligten klar. Und sie haben auch kapiert, dass sie bei der Entscheidung, die ansteht, nicht wirklich mitzureden haben. Natürlich geht die Beteiligung dann gegen null.

Darum Frage die Teilnehmer deiner Videokonferenz an den entscheidenden Stellen :

"Was fällt euch dazu ein?" oder "Schreibt mir kurz eure Einschätzung/Ideen/Erfahrung in den Chat."

In deinem Team/deinen Geschäftspartnern/deinen potenziellen Kunden steckt viel Wissen und kreatives Potenzial. Es wäre Verschwendung, wenn das nicht genutzt wird.

Denkt das Team oder die Videokonferenz-Runde erstmal konstruktiv in die gleiche Richtung, kommen wesentlich bessere Lösungsvorschläge zustande, als wenn nur einer denkt und entscheidet. Das kennst du bestimmt!

Videokonferenz mitreissend gestalten Matthias Messmer Regisseur Speaker Coach 2

Spielregeln für die Videokonferenz

Es ist generell sinnvoll, in einer Videokonferenz ein paar "Spielregeln" einzuführen. Je nach Runde kannst du die Regeln anpassen. Du kannst z.B. Teilnehmer oder Helfer mit Aufgaben betrauen.

Die wichtigste Aufgabe ist die Moderation der Videokonferenz - und das muss nicht zwangsläufig derjenige tun, der am tiefsten im Thema steht und alle eingeladen hat. Das ist eine gute Aufgabe für jemanden, der weniger die Inhalte und mehr die Meta-Ebene und den Ablauf des Meetings im Blick behält.

Ein Moderator besitzt Superkräfte, die er einsetzen kann, damit die Teilnehmer produktiv und konstruktiv miteinander arbeiten.

Z.B. kann er oder sie eine konkrete Redezeit vorgeben, Redebeiträge stoppen und das Wort entziehen, wenn die Zeit deutlich überschritten wird. 60 bis 90 Sekunden haben sich übrigens nicht nur bei einer Videokonferenz als produktive Redezeit bewährt. Setze einen Time-Keeper ein, der die Zeit im Blick behält. Du wirst staunen, welche Dynamik das in deine nächste Videokonferenz bringt.

Wenn Du mit einer Gruppe bestimmter Leute regelmäßig Videokonferenzen machst, ist es extrem hilfreich, wenn ihr euch gemeinsam auf bestimmte Spielregeln einigt. Nehmt euch etwas Zeit, damit ihr die nervigsten Videokonferenz-Erfahrungen erst sammelt und konstruktive Regeln aufstellt, um dieses Fehlverhalten in Zukunft zu vermeiden.

Zwei wichtige Regeln gleich vorab:

> Kamera an!

Es ist demotivierend auf schwarze Quadrate zu starren. Überdies spielt die Mimik eine wesentliche Rolle in der Videokonferenz. Wenn du das Gesicht und damit die Mimik und Gestik deines Gegenübers nicht siehst, geht die non-verbale Information verloren, du kannst die Stimmung in der Gruppe nicht gut einschätzen, es kommt zu Missverständnissen und es fällt viel schwerer, aufmerksam zu bleiben.

> Pausen!

Nach einer Stunde sollte eine kurze Pause kommen. Ich erlebe es immer wieder, wie froh Teilnehmer in Videokonferenzen sind, wenn sie kurz auf die Toilette oder einen Kaffee holen können, ohne dass sie peinlich berührt fragen müssen. Außerdem können so alle die Augen vom Bildschirm entspannen - auch du!

Jetzt fehlt noch das Finetuning deines eigenen Konferenz-Setups

> Auf Augenhöhe!

Stell deinen Monitor und damit die Kamera so ein, dass du auf Augenhöhe mit deinen Gesprächspartnern bist. Wenn du von oben herabblickst, kann das auf die Teilnehmer herablassend wirken. Wenn du aufblickst, empfinden sie dich unbewußt als unterwürfig.

> In die Kamera schauen!

Sicher schaust du auf deinen Bildschirm, um die anderen oder deine Präsentation zu sehen. Doch damit verbaust du dir echten Blickkontakt: Nur wenn du in die Kamera schaust, fühlen sich die Teilnehmer deiner Videokonferenz angeschaut und damit angesprochen. Allerdings kannst du sie dann nicht sehen, während du sprichst. Doch das ist in Ordnung! Klebe dir am besten ein Post-it mit einem Smiley neben die Kameralinse, damit du nicht vergisst, beim Sprechen hineinzukucken. Beim Zuhören kannst du dann in die Gesichter auf den Bildschirm schauen (siehe Mimik und Gestik).

> Selbstbild aus!

Damit du nicht von deinem Selbstbild abgelenkt wirst, mache es aus oder klein. Du kannst zu Anfang der Videokonferenz überprüfen, ob du richtig sitzt und der Kamera-Ausschnitt für Mimik und Gestik gut ist.

> Interaktion einfordern!

Videokonferenzen sind tendenziell ermüdend und es reden oft die Gleichen. Deshalb fordere Beteiligung von deinen Teilnehmern. Stelle Fragen, lasse sie in den Chat schreiben, mache Umfragen und lasse sie Handzeichen geben: Daumen hoch oder runter. Wenn mehrere Abstimmungen anstehen, kannst du deine Teilnehmer bitten, vor der Videokonferenz einen roten und einen grünen Gegenstand mitzubringen und diese bei Abstimmungen in die Kamera zu halten. Durch Beteiligung werden die Teilnehmer von lethargischen Konsumenten zu aufmerksamen Gestaltern.

> Interaktive Tools sinnvoll nutzen!

Ja, es gibt unterdessen unglaublich viele tolle Tools wie Breakout-Rooms, virtuelle Whiteboards, Umfragen, Quiz-Plattformen und vieles mehr.

Probiere gezielt neue Tools aus, die dir zum Erreichen deiner Ziele sinnvoll erscheinen. Aber übertreibe es nicht. Wenn ich als Teilnehmer einer Videokonferenz in den Chat schreiben, mich parallel auf einer Co-Working-Plattform anmelden und schließlich noch mit dem Handy an einer Abstimmung teilnehme soll, ist das schnell nicht mehr anregend, sondern anstrengend.

Darum baue in eine Videokonferenz maximal ein bis zwei zusätzliche Tools ein und nutze sie effizient für bestimmte Aufgaben oder als durchgängiges Werkzeug für ein ganzes Meeting.

> Gutes Licht!

Wenn du über kein Kamera- oder Fotolicht verfügst, solltest du dich nicht vors Fenster setzen. Du erscheinst sonst dunkel und man kann dein Gesicht und deine Mimik nicht erkennen (s.o.)

> Bonus Ton!

Wenn du richtig gut sein willst, legst du dir ein externes Mikro zu (und rätst das all deinen regelmäßigen Videokonferenz Gesprächspartnern). Wenn der Ton schlecht ist, machen irgendwann die Ohren schlapp. Häufig klingen Stimmen in der Videokonferenz rauschig, hallig und spitz, oder die Teilnehmer sprechen viel zu laut.

Ein gutes Mikro muss nicht teuer sein und macht einen riesengroßen Unterschied für deine Zuhörer. Auch du hast dann ggf. nicht mehr den Drang BESONDERS LAUT UND DEUTLICH ZU SPRECHEN, was auch für dich ermüdend ist.

Fazit:

Wie kommst du in der Videokonferenz gut rüber und erreichst, was du dir vorgenommen hast?

  • Bereite dich vor: Analysiere deine Gesprächspartner, definiere dein Reiseziel und formuliere eine Botschaft.

  • Dramaturgie: Überlege dir im Vorfeld, wann du in der Videokonferenz welches Thema anschneiden willst und wann es Zeit für klare Statements und deine Botschaft ist.

  • Interaktion: Beziehe die Teilnehmer mit ein und komme vom Frontalunterricht zu einem echten Dialog.

  • Spielregeln: Führe Regeln ein von der Länge der Redebeiträge bis hin zur Pause.

  • Technik: Wenn die Videokonferenz ein häufiger Bestandteil deines Arbeitslebens ist, nutze die aktuellen technischen Möglichkeiten - in Maßen und auf sinnvolle Weise.

Wenn du magst, schreibe mir, ob dir diese Techniken und Tools genützt haben und wenn du noch Fragen hast, frage mich gerne.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg mit deiner Videokonferenz!

> Hier gibts noch mehr Tipps und Tricks zu deiner Online-Performance.

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Redeangst: Von schlotternden Knien zum mitreißenden Auftritt https://www.matthias-messmer.de/blog/redeangst-von-schlotternden-knien-zum-mitreissenden-auftritt/ https://www.matthias-messmer.de/blog/redeangst-von-schlotternden-knien-zum-mitreissenden-auftritt/#comments Wed, 08 Jul 2020 00:00:00 +0000 Redeangst Lampenfieber Bühnenangst Publikum Dialog Zuschauer https://www.matthias-messmer.de/blog/redeangst-von-schlotternden-knien-zum-mitreissenden-auftritt/ Weiterlesen

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Redeangst ist zusammen mit Lampenfieber und der Furcht vor einem Blackout eine der häufigsten Blockaden bei einem Vortrag. Kommt dir das bekannt vor?

Hast du auch schon Tage vorher schlaflose Nächte und im Moment des Vortrags bist du fürchterlich aufgeregt und kannst keinen klaren Gedanken fassen?

„Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert bis zu dem Zeitpunkt, wo du aufstehst, um eine Rede zu halten.“

Mark Twain

Die Bühne ist ein gemeiner Ort, eine Herausforderung für wirklich jeden! Das ist so, weil niemand die eigene Wirkung auf das Publikum sicher voraussagen kann. Und das verursacht Angst:

"Wenn ich jetzt nicht super performe, werden mich die Zuhörer hassen oder - noch schlimmer - langweilig finden!"

Gegen Redeangst und Co. hilft eine solide Vorbereitung, sowohl des Vortrags als auch des Vortragenden. Umfassende Strategien und Techniken findet man im Internet dazu nur schwer. Das möchte ich mit diesem Blogbeitrag ändern.

Redeangst, fehlender roter Faden, Vorbereitungs-Chaos und aufkommende Panik

“Ich hatte gehofft, dass es einfach nicht stattfindet. Aber dann war irgendwann klar, der Kongress wird nicht abgesagt, aus der Nummer komme ich nicht mehr raus…”

Das dachte Tanja Lenke, Gründerin von she-preneur. Sie schrieb eine panische E-Mail... und holte sich Hilfe. Von mir. Sie stand auf der Speaker-Liste für die Social Media Marketing Days Ende 2019 in Köln, fühlte sich mit dem unweigerlich heranrückenden Termin zusehends unwohler und verspürte große Redeangst.

Nach ihrem erfolgreichen Auftritt hat sie mich in Ihrem Podcast zu häufigen Fehlern, hilfreichen Techniken und eben dieser Redeangst interviewt. Tanjas Zitate stammen aus diesem Gespräch.

Hier können Sie die Podcast-Folge hören:

Nr. 016 - Wie du Vorträge unterhaltsamer gestaltest - Gespräch mit Speaker Coach Matthias Messmer

"Ich bin einfach kein Bühnenmensch!"

Tanja und ich hatten uns im Mai 2019 bei der Elopage-Konferenz EPX19 kennengelernt. Ich war dort, weil ich der bekannten Online-Marketing-Expertin Sandra Holze dabei geholfen hatte, sowohl sich als auch den Vortrag für die Konferenz vorzubereiten.

Der Vortrag war “unheimlich gut, lustig und mitreißend” und “viele haben große Augen gemacht”, weil sie Sandra so noch nie erlebt hätten, war Tanjas Eindruck.

Sandra hatte zwar keine so große Redeangst wie ihre Kollegin Tanja, aber ihr war schon klar, dass sie ohne die richtige Vorbereitung neben all den Profi-Speakern ziemlich “abkacken” würde - wie sie es ausdrückte.

Im Fall von Tanja war der Konkurrenzdruck zwar nicht so groß, aber ihre Redeangst um so größer. Deswegen ihre E-Mail an mich. Eine schnelle Lösung war gefragt, denn viel Zeit war nicht mehr.

Tanjas größte Befürchtung war, dass sich die Leute bei ihrem Vortrag langweilen und einfach abschalten. Sie wollte nicht nur erzählen und erzählen, sondern eine emotionale Story mitbringen und treffende Beispiele. Damit es Spaß macht, ihr zuzuhören und die Zuschauer am Ende auch etwas mitnehmen und bloß nicht denken: “Diese Tanja war aber langweilig”.

Gegen Redeangst helfen Techniken wie das Wissen um die 3 Energiekreise

Woher kommt die Redeangst eigentlich?

Die drei häufigsten Ursachen der Redeangst sind:

  • Angst zu versagen
  • Angst sich lächerlich zu machen
  • generell Angst, im Mittelpunkt zu stehen.

Was steckt dahinter?

Logophobie - das ist der Fachausdruck für Redeangst - gehört zu den sozialen Ängsten, denn die Wurzel der Redeangst ist die Angst vor sozialer Ablehnung. Diese erzeugt ein Gefühl der Panik, so dass es unmöglich erscheint, zu sprechen oder überhaupt vor eine Gruppe von Menschen zu stehen.

Was kann man dagegen tun?

Dagegen hilft neben den weiter unten erläuterten Techniken eine mentale Vorbereitung:

Halte dir vor Augen, dass du mit der Redeangst nicht allein bist. So ziemlich alle Menschen leiden in solchen und ähnlichen Situationen unter Lampenfieber und rund 40 Prozent haben regelrecht Angst, öffentlich zu sprechen. Du befindest dich also in bester Gesellschaft und ein Großteil deiner Zuhörer wird deine innere Aufgeregtheit verstehen.

1. Worst Case Szenario

Wenn du deine Redeangst überwinden willst, dann überleg doch mal, wo diese Angst konkret herkommt. Gibt es ein auslösendes Ereignis? Verdräng deine Redeangst nicht, sondern stell dich ihr. Hier hilft es, sich vorzustellen, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Was wäre das Worst Case Szenario? Beispielsweise, dass du den Faden verlierst oder einem Teil des Publikums der Vortrag nicht gefällt. Reicht das als Grund für deine Redeangst?

2. Beziehen Sie Stellung

Deine Körperhaltung hat Einfluss darauf, wie du dich fühlst. Stell dich sicher und aufrecht auf beide Beine. Auch wenn du dich dadurch angreifbarer fühlst: Mach dich auf der Bühne nicht klein. Viele Redner und auch Rednerinnen verlagern das Gewicht auf ein Bein und stellen das andere Bein überkreuzt davor. Dann genügt schon eine Kleinigkeit, um einen aus dem Gleichgewicht zu bringen - auch im übertragenen Sinn. Darum steh besser zu deinem Standpunkt.

3. ...und immer wieder: Blickkontakt

Suche, wann immer es möglich ist, Blickkontakt mit dem Publikum - gern mit einer oder mehreren Personen, die dir wohlgesonnen und sympathisch erscheinen. Nach einiger Zeit realisierst du, dass diese Personen dich nicht umbringen werden, sondern dir aufmerksam zuhören, sogar lächeln und zunicken. Wenn das nicht gegen Redeangst hilft...
Dass du diesen Zuschauern in die Augen schaust, “liest” das restliche Publikum und nimmt dich als selbstbewusst und kompetent wahr.

Aus diesem Blickkontakt entsteht genau der Dialog, den ich weiter unten beschreibe. Er nimmt dir den letzten Rest der Redeangst. Denn auf einmal ist die Situation nicht mehr EINER gegen ALLE.

Das Publikum erreichen und die Botschaft rüberbringen: Was hilft?

Die richtige Energie auf der Bühne ist das beste Mittel gegen Redeangst. Die Kunst dabei ist allerdings, auf einem ganz bestimmten Energie-Level zu agieren. Denn wenn wir zu wenig Energie aufbringen, wird uns keiner zuhören. Wir reden nur mit uns selbst und spüren, dass wir die Zuschauer nicht erreichen, wir verhaspeln uns und fallen in uns zusammen. Genau das waren Tanjas Sorgen.

Wenn wir aber zu hoch pegeln, schießen wir übers Ziel hinaus, dann reden wir zu schnell und zu laut, die Stimme rutscht hoch, wir gestikulieren zu viel und laufen ständig auf und ab. Mit dieser Energie werden alle im wahrsten Sinne des Wortes überrannt. Das erleben wir ganz häufig auch bei einem Online-Meeting oder  Webinar.

Ein wichtiger Gradmesser um das richtige Energie-Level für sich zu finden sind die “3 Kreise der Energie”:

Mit der richtigen Energie senden

Stell dir von deinem Standort auf der Bühne aus den Raum bis zur ersten Zuschauerreihe als den 1. Kreis vor. Dann bist du auf einem Energielevel als würdest du eine E-Mail schreiben und dabei zu deinem Rechner sprechen. Die Zuschauer, vor allem jene jenseits der ersten Reihe, erreichst du auf diesem Energielevel nicht.

Im 3. Energiekreis sendest du hingegen, wenn du so laut und energetisch bist, dass du über die Köpfe hinweg sprichst. So wie im Fußballstadion, wo man von der Tribüne aus einen Spieler oder den Schiedsrichter erreichen will ;-)

Du hast es wahrscheinlich schon erraten: Bei Vorträgen ist der 2. Energiekreis der angemessene. So erreichst du das Publikum als Gesamtheit. Das Senden in diesen 2. Energiekreis ist eben keine Frage der Lautstärke, sondern der richtigen Energie, des Fokus und dem Draht, den du zu den Menschen entwickelst.

Patsy Rodenberg erklärt das sehr schön auf YouTube, sie ist eine bekannte britische Schauspiellehrerin und sie beschreibt das Prinzip der “3 Circles of Energy”.

Das Wissen um diese 3 Energiekreise gibt dir einen Gradmesser, wieviel Energie du auf der Bühne tatsächlich aufbringen solltest. Und das gibt dir auch Sicherheit bei Redeangst.

Weitere Techniken und Tools gegen Redeangst

1. Laut denken hilft bei Redeangst

Eine hervorragende Übung gegen Redeangst ist auch das "Sprech-Denken" von Vera Birkenbihl, das “Verfertigen der Gedanken beim Reden”, wie Heinrich von Kleist es auch nannte. In meinem Blogbeitrag “Reden lernt man durch reden” beschreibe ich diese Technik. Dabei hältst du eine unvorbereitete Rede vor wohlgesonnen Zuhörern oder Freunden. Keine Angst, die Rede muss nur eine Minute lang sein.

Sprich deine Gedanken einfach laut aus und halte einen Mini-Vortrag. Selbst wenn du dabei nur Unsinn redest, es wird dir helfen, deine Redeangst zu überwinden. Am besten machst du das mit deinen Freunden reihum. Dabei entstehen witzige Reden und du lernst in diesem vertrauten Kreis, dass du “nicht auf den Mund gefallen bist” und auch vor Publikum improvisieren kannst.

Merke: Souverän auf der Bühne zu sein, bedeutet offen und humorvoll mit Pannen und Hängern umzugehen!

2. It’s Showtime, right?

Eine weitere Ursache für Redeangst sind überzogene Ansprüche. Viele Redner denken, sie müssen eine große Show abziehen und die Zuhörer bestens unterhalten und ständig zum Lachen bringen. Das musst du nicht! Du stehst wahrscheinlich als Experte für ein bestimmtes Thema auf der Bühne. Um diese Expertise zu hören, sitzen die Zuschauer vor dir.

Allerdings müssen sich die Zuschauer angesprochen und miteinbezogen fühlen. Hier kommt dir deine Vorbereitung zugute (siehe weiter unten), denn du weißt ja, wer da ganz konkret vor dir sitzt...

3. Gehen Sie in den Dialog mit Ihrem Publikum

… und wenn du das in der Vorbereitung nicht konkret ermitteln konntest, erfährst du es spätestens während des Auftritts. Darum beziehe deine Zuschauer direkt mit ein. Dabei lernst du weit mehr, als in jeder Recherche im Vorfeld möglich ist. Außerdem wird dich der Dialog entspannen und deine Redeangst mindern.

4. Feedback einholen

Der Speaker, Moderator und Autor Ralf Schmitt, den ich seit Jahren bei seinen Vorträgen begleite, nutzt auch als Redner seine Erfahrung aus dem Improtheater.

Feedback holt er sich ganz spielerisch. Er fragt die Leute beispielsweise: “Wer hat schon mal XYZ erlebt? Bitte Hand heben.”, “Wer kennt das nicht? Bitte Hand heben.”, “Und wer hat die Frage nicht verstanden? Hand heben.” “Und wer will nicht ständig die Hand heben?” Da merken die Zuschauer, der hat Selbstironie, der hat Humor und das lockert auf. Feedback einholen ist ein super Tool.

5. Die Zuschauer zum Mitmachen anregen

Fordere deine Zuschauer auf, sich kurz mit dem Sitznachbarn auszutauschen, was seine größte Herausforderung war bei XYZ. Anhand der Reaktionen kannst du viel über dein Publikum erfahren. Ist es überfordert oder entstehen wilde Diskussionen? Auch hier richtest du deinen Fokus weg von der Redeangst.

Wichtig ist, diese Publikumsaktionen gut zu steuern und einzubinden. Das erreicht man, indem man die Zuhörer fragt, was sie erfahren haben und ob das gut/interessant/schockierend/etc war. Die Antwort(en) kannst du gleich als Überleitung nutzen. Fragst du nicht nach, wird es zum Selbstzweck und das Publikum wundert sich, wofür das jetzt gut gewesen sein soll.

6. Zeit zum Durchatmen

Alle diese Techniken haben den schönen Effekt, dass du für ein paar Momente nicht im Fokus des Publikums stehst. Das schafft eine enorme Entlastung und mildert deine Redeangst. Spätestens wenn die Zuschauer miteinander reden, kannst du einmal tief durchatmen.

Damit durchbrichst du auch die innere Erwartung, dass du die ganze Zeit Inhalte liefern musst. Bei einem Auftritt geht es auch um das gemeinsame Erlebnis. Das hat meist mehr Unterhaltungswert als ZDF - Zahlen, Daten, Fakten.

Außerdem erfährst du bei der Interaktion eine Menge über die Stimmung im Publikum. Und du stellst fest, dass die oft besser ist, als du gedacht hast.

Wie bei den meisten Dingen im Leben verschwindet die Redeangst am Ende durch viel Übung bzw. durch viele gute Erfahrungen.

Ein gut durchdachter Vortrag gibt Sicherheit. Aber wie durchdenkt man den?

Ihre Redeangst hat Tanja im ersten Schritt mit einer guten Struktur und Dramaturgie besiegt. Schon beim ersten Treffen hatten wir sehr schnell einen roten Faden für ihren Vortrag. Der war “super gut durchdacht” und das hat ihr bei ihrem Auftritt Sicherheit gegeben, mit Ruhe und vor allem mit dem Publikum zu sprechen.

Wer mich kennt, weiß, dass das eines meiner Mantras ist:

“Sprich nicht vor, sondern mit deinem Publikum!”

1. Lenke den Fokus von dir weg: auf das Publikum

Der wichtigste Punkt bei der Vortragsvorbereitung ist zu wissen, wer da eigentlich mit welcher Erwartung vor dir sitzen wird. Wichtige Fragen sind:

  • Was sind das für Menschen, die da sitzen?
  • Sind sie selbstständig, angestellt, älter, jünger, weiblich, männlich, Akademiker, etc?
  • Welche Ängste, Sorgen, Wünsche und Hoffnungen bringen sie mit zu meinem Vortrag?

Fokussiere dich auf das, was du bei diesen Menschen mit deinem Vortrag bewirken willst, und nicht auf deine Redeangst.

2. Den roten Faden finden und behalten

Da es in diesem Beitrag vor allem um Redeangst gehen soll, verlinke ich hier nur zu meinem kostenlosen Workbook mit Videoanleitung, dem KickStart. Mit den 9 Strategien für einen gelungenen Einstieg in deinen Vortrag ziehst du dein Publikum direkt von Anfang an in deinen Bann. Dein Start prägt den roten Faden deines Vortrages. Um deinen gesamten Vortrag und dessen roten Faden im Anschluss zu verinnerlichen, gibt es ein einfaches Werkzeug:

3. Moderationskarten sind mehr als nur eine Gedankenstütze

Wie ein Spickzettel zu Schulzeiten geben auch Moderationskarten bei Redeangst Sicherheit. Denn in dem du diese Karten anfertigst (am besten mit Hand schreiben), hast du die Struktur deines Vortrags klar vor Augen. Jede Karte steht dabei für einen Gedankengang, eine These, eine Story oder Interaktion. Bei guter Vorbereitung benötigst du die Karten beim Auftritt oft gar nicht mehr. Du fühlst dich aber sicherer, weil du sie im Notfall griffbereit hast.

4. Deine beste Versicherung gegen Blackout:

Üben, üben, üben!

Häufige Situationen, die Redeangst befördern

Schlechte Erfahrungen auf der Bühne, bei einem Webinar oder einer Online-Präsentation steigern die Redeangst oder sind oft deren Ursache. Deshalb vermeide diese häufigen Fehler:

1. Von sich selbst ausgehen und nicht von den Zuhörern

Wenn du nur an dich und deinen Vortrag denkst, dann entsteht keine Verbindung zu den Zuhörern und es passiert genau das, wovor jeder Redner Angst hat: Die Zuhörer langweilen sich und schalten ab.

2. Nicht senden

Du wendest dich nicht an deine Zuschauer und bist nicht im 2. Energiekreis (siehe oben). Du bist zu leise, bringst zu wenig Energie auf. Die Leute in den hinteren Reihen werden abgehängt. Das Publikum fängt an sich mit den Handys zu beschäftigen oder steht auf und geht. Eine Albtraum-Erfahrung für jeden Redner, die die Redeangst verstärkt.

3. Kein klarer Fokus

Viele Redner schauen zwar irgendwie ins Publikum, aber reden nicht mit ihm. Ganz schlimm wird es, wenn jemand aus Angst vor den Zuhörern nur mit seinen Folien oder dem Fußboden kommuniziert. Je länger du den Blickkontakt vermeidest, um so mehr Raum schaffst du deiner Redeangst.

4. Der endlose Monolog

Traurig sind Vorträge bei denen alle Anwesenden zum passiven Zuhörer degradiert werden. Dagegen hilft, die Reaktionen der Zuschauer direkt aufzugreifen: “Ja, ihr lacht jetzt, aber das ist ein ernstes Thema…” - und schon werden die Zuschauer Teil des Vortrags, und aus einem langweiligen Monolog wird ein Dialog mit aktiven Zuhörern.

...und dann ist da noch das vielbeschworene Lampenfieber

Viele Menschen haben tatsächlich auch Angst vor der Aufregung, den schlaflosen Nächten und dem Herzrasen, wenn der Auftritt näher kommt. Würdest du auch dieses lästige Lampenfieber gerne abstellen?

Die schlechte Nachricht ist: Selbst die erfahrensten Schauspieler, Moderatoren und Speaker haben Lampenfieber. Das lässt sich nicht wirklich vermeiden, es gehört einfach dazu. Lerne, nicht in Panik zu geraten, sondern produktiv mit der Aufregung umzugehen.

Denn Lampenfieber - und das ist die gute Nachricht - hat anders als Redeangst einen positiven Effekt: Es bringt uns auf ein höheres Energielevel, das grundsätzlich nötig ist, um auf der Bühne eine überzeugende Präsenz zu entwickeln (siehe die "3 Kreise der Energie" ;-))

Denn mit dem Lampenfieber kommt das Adrenalin ins Spiel, das uns zu Höchstleistungen befähigt: Es steigert unsere Aufmerksamkeit und Konzentration und der Körper wird mit mehr Energie versorgt - wir stehen unter Strom.

Nutze also diese Spannung, denn sie hilft dir, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen und eine mitreißende Performance abzuliefern.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!


Was sind deine Erfahrungen mit Redeangst und Co? Schreib' mir dazu gerne einen Kommentar!

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Reden lernen durch reden - Wie du das freie Reden vor Publikum richtig übst https://www.matthias-messmer.de/blog/reden-lernen-durch-reden/ https://www.matthias-messmer.de/blog/reden-lernen-durch-reden/#comments Sun, 29 Dec 2019 11:40:00 +0000 Reden Reden lernen frei reden reden vor Publikum Reden halten frei sprechen Vortrag halten Cicero Birkenbihl Sprech-Denken https://www.matthias-messmer.de/blog/reden-lernen-durch-reden/ Weiterlesen

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Ja, ich bin davon überzeugt: wenn du einen richtig guten Vortrag oder eine mitreißende Präsentation halten willst, musst du dich auch richtig gut vorbereiten!

Wie du dein "Reiseziel" definierst habe ich hier bereits beschrieben:

Vortrag planen: Warum du nicht beim Inhalt starten solltest

Sobald du allerdings vor einem Publikum stehst, musst du deine Gedanken und Ideen auch transportieren:

Du musst reden!

Doch wie schaffst du den Sprung von der theoretischen Vorbereitung zum konkreten Tun? Mit anderen Worten:

Wie lernst du das freie Reden?

Marcus Tullius Cicero, einer der wichtigsten Rhetoriker der Antike, gibt uns den lapidaren Rat:

"Reden lernt man nur durch reden!"

Na toll! Dann müssen wir also mit unseren Vorträgen und Präsentationen weiter vor Publikum ins kalte Wasser springen, bis wir genug praktische Erfahrungen gesammelt haben, um wirklich überzeugend und souverän zu reden?

Es gibt allerdings eine Abkürzung für diesen langwierigen Prozess. Vera Birkenbihl, die geniale Vordenkerin für gehirn-gerechtes Lernen, entwickelte eine effektive Methode: Das Sprech-Denken.

Aus der Erfahrung als Trainerin und Rednerin wußte Vera Birkenbihl, wie schwer es ist, die eigenen Gedanken nachvollziehbar für ein Publikum zu formulieren.

Darum nutzte sie das Sprech-Denken bereits bei der Vorbereitung ihrer Vorträge, indem sie ihre Überlegungen nicht zu Papier brachte, sondern laut aussprach und mit einem Kassetten-Recorder festhielt. Dahinter steht folgende Erkenntnis:

Wir entwickeln unsere Gedanken am Besten, indem wir sie laut aussprechen

Bereits Heinrich von Kleist gibt uns in seinem Aufsatz Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden eine ganz pragmatische Gebrauchsanweisung, wie uns das Reden mit einem Gegenüber hilft, zu einer Erkenntnis zu kommen:

"Wenn du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst, so rate ich dir, mein lieber, sinnreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der dir aufstößt, darüber zu sprechen."

Er beschreibt im Weiteren den gesamten Prozess: Indem wir unsere Gedanken laut formulieren, sind wir gezwungen, sie auch zu Ende zu denken - und sind mitunter selbst überrascht, zu welchem Schluss wir dabei kommen. So bringen wir einen noch unklaren Gedanke durch das Reden auf den Punkt.

Ich finde es nicht nur tröstlich, dass selbst Heinrich von Kleists geniales Dichter-Hirn das Reden brauchte, um seine Gedanken zu schärfen. Die Methode zeigt uns auch, dass die besten Vorträge nicht beim Schreiben, sondern beim "lauten Denken" - also beim Reden entstehen. Der gute Cicero hatte also mit seinem Ausspruch in doppelter Hinsicht Recht.

Wie Sie das Sprech-Denken umsetzen

Das Sprech-Denken ist ein wesentlicher Bestandteil in meiner Arbeit, sowohl im Einzel-Coaching als auch in meinen Workshops.

Hier nutze ich besonders gerne folgende Übung:

Die Sprech-Denken-Basis-Übung

1. Jeder Workshop-Teilnehmer bekommt für genau eine Minute die Bühne.

2. In dieser Minute muss er eine unvorbereitete Mini-Rede halten.

3. Als Thema gibt ihm das Publikum ein Stichwort vor.

4. Er bekommt keine Vorbereitungszeit, sondern muss sofort mit seiner Rede zu diesem Thema loslegen.

5. Er darf beim Reden keine längeren Pausen machen und muss 'Ähs' und 'Ähms' vermeiden.

6. Stattdessen kann er jederzeit sagen: "Jetzt fällt mir nichts mehr ein", um im Redefluss zu bleiben.

7. Nach genau einer Minute bekommt er ein Zeichen und muss seinen Vortrag sinnvoll abschließen.

Du denkst jetzt sicher: Das ist ja der blanke Horror! Ich stehe vor den anderen Teilnehmern und soll frei reden, ohne zu wissen, was ich gleich sagen werde? 

Tatsächlich ist die Sprech-Denken-Übung immer wieder ein großer Spaß für alle Beteiligten. 

GSA Mentee WS 2019 Berlin reden lernen Matthias Messmer

Hier auf dem Bild bei einem Workshop mit Mentees der German Speakers Association in Berlin. Foto: Felix Behm

Beim Sprech-Denken sitzen alle im gleichen Boot. Niemand weiß, wohin die Reise geht - und das macht die Übung gerade so spannend. Keiner der Redner hat einen Vorsprung, keiner kann sich vorbereiten, sondern jeder muss mit dem umgehen, was ihm spontan zu seinem Stichwort einfällt. Und das Ergebnis ist oft überraschend gut!  

Bei meinem letzten Workshop in Berlin hat keiner der Redner auch nur einmal "Jetzt fällt mir nichts mehr ein" gesagt. Stattdessen gab es jede Menge ungeahnte Wendungen und erhellende Erkenntnisse.

Deine Aufgabe

Probiere die Übung bei Gelegenheit einmal aus. Nutze z.B. das nächste Netzwerktreffen und lerne die Teilnehmer viel besser kennen. Oder wenn du in einer kleinen Gruppe mit Freunden oder Kollegen bist, nimm dir ein paar Minuten Zeit für eine Runde inspirierender Mini-Reden.

Du kannst die Sprech-Denken-Übung natürlich auch für dich alleine umsetzen:

Die Sprech-Denken-Einzel-Übung

Auch wenn du alleine übst brauchst du in jedem Fall einen Zuhörer, der dich durch seine Anwesenheit zwingt, deine Gedanken zu Ende zu denken und auf einen schlüssigen Punkt zu kommen.

Darum nimm dir einen virtuellen Zuhörer zu Hilfe: Dein Smartphone verfügt sicher über eine App für Sprachmemos. Die erfüllt die Funktion des virtuellen Zuhörers ganz hervorragend.

Mit dem Timer deines Smartphones stellst du sicher, dass du die Redezeit von einer Minute einhältst.

Wenn du dich mit der Vorgabe des Stichworts selbst überraschen willst, gehe wie folgt vor:

1. Nimm dir ein Buch, eine Zeitschrift oder den Text einer Website, schließ die Augen und deute auf einen Punkt im Text. Das nächstliegende Substantiv ist dein Stichwort.

2. Nun starte zuerst die Aufnahmefunktion deines Smartphones.

3. Starte dann den Timer und beginne nun deine unvorbereitete Rede.

4. Auch hier darfst du beim Reden keine längeren Pausen machen und musst 'Ähs' und 'Ähms' vermeiden.

5. Wenn du stockst, sag "Jetzt fällt mir nichts mehr ein", um im Redefluss zu bleiben.

6. Sobald der Timer abgelaufen ist, schließe deine Rede.

7. Jetzt stoppst du die Aufnahme und hörst sie an.

Das Sprech-Denken macht einen guten Redner aus Ihnen

Ja, das Anhören gehört unbedingt zur Übung, auch wenn du dir das vielleicht lieber ersparen willst - da musst du jetzt durch!

Wenn du diese Übung zum ersten Mal machst, wirst du tausend Dinge finden, die dich stören. Schon der Klang der eigenen Stimme ist irritierend, du hörst, wie häufig du 'Äh' sagst oder Formulierungen wiederholst.

Lass dich davon nicht entmutigen. Mit diesen Dingen kannst du dich befassen, wenn du die Übung in nächster Zeit öfter machst. Denn dann wirst du sehr schnell einiges davon abstellen (einfach weil du es leid bist, es sich immer wieder anhören zu müssen 😉).

Im Kern geht es bei der Übung vor allem darum, deine Gedanken immer besser zu formulieren. Denn die Aufnahme zeigt dir, wo du einen Gedanken zwar angefangen, aber nicht zu Ende gebracht hast.

Am besten, du startest gleich deine nächste Mini-Rede. Du musst nicht zwingend mit einem neuen Stichwort/Thema an den Start gehen. Denn wenn du mehrfach zu einem Thema sprechen, wirst du schneller eine Verbesserung feststellen.

Das richtige Timing beim Reden

Wichtig ist allerdings, dass du jedes Mal den Timer laufen lässt, denn nur so entwickelst du auch ein Zeitgefühl. Eine Eigenschaft, die vielen Rednern leider komplett abgeht - zum Leidwesen des Publikums.

Du kannst natürlich die Zeitvorgabe auch erhöhen, und mal mit 2 oder 3 Minuten arbeiten. Mehr als 3 Minuten sind bei dieser Übung allerdings nicht produktiv, weil du dann zu tief in die Themen einsteigst.

Nutze längere Zeitvorgaben, wenn du mit der Methode des Sprech-Denkens an einem Vortrag oder einer Präsentation arbeitest.

Gerade wenn du gefordert bist, in 7, 15 oder 20 Minuten mit deinem Thema auf den Punkt zu kommen, ist die Methode extrem hilfreich, weil du dann auch ein Gefühl dafür entwickelst, wie viele Gedanken du in der vorgegebenen Zeit wirklich transportieren kannst.

So wendest du das Sprech-Denken in der Vorbereitung deines Vortrags an

Die Methode des Sprech-Denkens ist der ideale nächste Schritt, wenn du bereits eine Struktur für deinen Vortrag oder eine Präsentation entwickelt hast, und nun an die Ausformulierung deiner Stichworte gehen willst.

Du solltest deinen Vortrag nicht am Schreibtisch in einem Word-Dokument runterschreiben, sondern laut formulieren und dabei die Kernsätze auf Moderationskarten festhalten.

Am produktivsten bist du dabei, wenn du die Sprech-Denken-Methode anwendest und die einzelnen Abschnitte deines Vortrags mit deinem Smartphone aufnimmst.

Im Idealfall arbeitest du dabei mit konkreten Zeitvorgaben oder lässt die Stoppuhr mitlaufen. So bekommst du einen Überblick, wie lang die einzelnen Teile deines Vortrags sind und wo sie dringend kürzer werden müssen (wenn du z.B. bei einem 20-Minuten-Vortrag schon fast 10 Minuten für die Einleitung brauchst, hast du zu viele Inhalte an den Anfang gepackt 😉).

Fazit:

Die Sprech-Denken-Methode ist also nicht nur ideal, um das freie Reden zu lernen. Sie ist auch das beste Tool, um von einer Dramaturgie in Stichworten zum ausformulierten Vortrag zu kommen.

Du vermeidest dabei, vorformulierte Sätze auswendig zu lernen, sondern eignest dir die Fähigkeit an, deine Gedanken beim Reden vor Publikum zu entwickeln.

So schaffst du den Sprung von der theoretischen Vorbereitung zum konkreten Auftritt und lernst tatsächlich das Reden durch Reden.

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Du willst einen Vortrag planen, aber du starrst auf ein weißes Blatt und weißt nicht, wo du anfangen sollst?

Und du hast bereits Chaos im Kopf?

Hier zeige ich dir, wie du deine Gedanken eine klare Richtung gibst und das Chaos im Kopf umgehst.

Vortrags-Entwicklung beginnt beim „Reiseziel“

Stell dir vor, du planst eine Reise und willst deinen Koffer packen. Nun stehst du vor der Entscheidung: 

Was nimmst du mit? Und was bleibt zu Hause?

Was brauchst du, um diese Entscheidung treffen zu können?

Logisch: Das Reiseziel muss klar sein!

Denn für einen Urlaub in den Bergen benötigst du eine komplett andere Ausrüstung, als für einen Strandurlaub.

Genauso ist es bei der Vorbereitung eines Vortrags.


Vortrags Koffer 1 SpeakerCoaching Matthias Messmer

Nimm das Publikum mit auf eine Reise

Als erstes musst du das Ziel dieser Reise definieren, sonst landest du mit deinem Publikum im Nirgendwo.

Also frag dich immer zuerst: Wohin soll die Reise gehen?

Und ganz wichtig: 

  • Reist du mit Handgepäck? Das wäre z.B. ein Vortrag von 20 Minuten.
  • Oder kannst du einen großen Koffer mitnehmen? Das wäre ein Vortrag von 45 Minuten und länger. Natürlich passt da mehr rein als ins Handgepäck!

Wenn du also den großen Koffer nicht mitnehmen kannst, dann sei bitte konsequent: packe in dein Handgepäck wirklich nur das Nötigste!

Oder kennst du diese Vorträge, die mit so vielen Informationen und PowerPoint-Folien vollgestopft sind, dass man als Zuschauer schon nach wenigen Minuten nicht mehr weiß, wohin die Reise geht?


Vortrags Koffer 2 SpeakerCoaching Matthias Messmer 1

Die Publikums-Perspektive bringt deine Gedanken auf den Punkt

Vor einiger Zeit wurde ich gebeten, einen Impulsvortrag auf einer Netzwerkveranstaltung zu halten. Der Auftrag war ganz einfach:

"Du musst nicht länger als 15 Minuten reden. Erzähl einfach von Deiner Regie-Arbeit und gib uns ein paar Tipps aus deinem Speaker-Coaching."

Na klar! Mehrere Jahre Regie- und Coaching Erfahrung in 15 Minuten lebendig und anschaulich vermitteln - das kann doch nicht so schwer sein!?

Ist es aber!

Sofort hatte ich das Chaos im Kopf: Welche der vielen Informationen, Erfahrungen und guten Ratschläge könnte ich in 15 Minuten vermitteln?

Mir wurde Gottseidank schnell klar, dass ich zuerst meine „Reise-Eckdaten“ definieren musste. Und das sollten Sie auch tun, bevor Sie über Ihre Inhalte nachdenken:

Geh innerlich auf Abstand zu deinem Thema und nimm eine andere Perspektive ein: Fokussiere dich auf dein Publikum. Plane aus dieser Perspektive deine Reise.

Definiere das Reiseziel in 3 Schritten

GrafikReisziel

Wenn ich mit einem Speaker seinen Vortrag plane, sind dies die ersten Dinge, die wir klären.

Nimm dir gerne einen Stift und Papier oder Post-Its und wir gehen diese 3 Schritte einmal gemeinsam durch. Dann hast du im Handumdrehen dein Reiseziel.

1. Schritt: Analysiere dein Publikum


Schritte 4 Icons 1b


Natürlich hast du eine vage Vorstellung von deinem Zielpublikum.

Belasse es nicht bei diesem ungenauen Bild, sonst siehst du in deiner Fantasie nur die erwartungsvollen Gesichter im Zuschauerraum, die von dir einen perfekten Vortrag erwarten.

Das bringt dich in deiner Vorbereitung keinen Schritt weiter, sondern baut nur einen diffusen Erwartungsdruck auf.

Schau genauer hin und sammle alle Fakten, die du über dein Publikum bereits weißt oder noch in Erfahrung bringen kannst. Mache eine kurze Bestandsaufnahme mit folgender Checkliste:

Die Publikums-Checkliste

a) Sprichst du im B2B-Kontext, also im Businessbereich vor:

  • KollegInnen in deiner Organisation/Unternehmen
  • KundInnen
  • Oder sind wichtige Partner deines Unternehmens im Publikum?

Was bedeutet das für deinen Vortrag:
z.B.: Du willst deinen KundInnen ein neues Produkt vorstellen

b) Sprichst du im B2C-Kontext zu einer gemischten Gruppe von Menschen?

  • Gibt es etwas, was diese Menschen verbindet?
  • Mit welcher Absicht kommen sie zu dieser Veranstaltung?

Was bedeutet das für deinen Vortrag:
z.B.: Die Zuschauer wollen etwas Neues kennenlernen und sich weiterbilden

Frag im Zweifelsfall beim Veranstalter sehr genau nach: Was kann er dir im Vorfeld zu seinen Gästen sagen?

Je besser du deine Zuschauer kennst, umso leichter fällt es dir, sich in sie hinein zu versetzen. Versuche in Bezug auf dein Vortragsthema folgende Fragen zu beantworten:

Welche Ängste, Sorgen und Nöte beschäftigen deine ZuschauerInnen (in Bezug auf dein Vortrags-Thema)?

→ z.B.: Die KundInnen stehen unter Zeitdruck und haben keine Geduld für ausführliche Erklärungen. 

Welche Wünsche, Hoffnungen und Träume bringen sie mit? 

→ z.B.: Die ZuschauerInnen  wünschen sich mehr Sinn im Leben.

Auf welche dieser Dinge kannst du mit deinem Vortrag eingehen?

Denn im besten Fall hilft dein Vortrag deinem Publikum bei der Lösung eines Problems - und bringt sie persönlich weiter!

Hier als Beispiel: Mein Publikums-Check

Im Hinblick auf mein Thema kam ich für die Netzwerkveranstaltung zu folgender Definition meines Publikums:

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Damit war das Dilemma meiner Zuschauer ganz gut umrissen: Sie sind Profis auf ihrem Gebiet, aber keine Profis auf der Bühne.

Vor diesem Hintergrund wurden bestimmte Aspekte, Tipps und Tricks aus meiner Arbeit plötzlich wichtig - und andere uninteressant.

Denn es ging jetzt nicht mehr um die Frage: Was kann ich diesen Menschen in 15 Minuten schönes erzählen, sondern was kann ich bei ihnen in 15 Minuten bewirken?

Mit anderen Worten:

Was müssen meine Zuschauer unbedingt wissen, um in Zukunft souveräner und professioneller vor Publikum zu präsentieren?

Damit hatte ich für meinen Vortrag plötzlich eine Wirkungsabsicht!

2. Schritt: Definiere deine Absicht


Schritt 2 Vortrag planen SpeakerCoaching Matthias Messmer


Frag dich im zweiten Schritt also: Was willst du mit deinem Vortrag bei deinem Publikum bewirken und erreichen?

Beschreibe mit der Absicht also nicht den Inhalt deines Vortrags, sondern das Ziel, das du im besten Fall erreichen willst.

Aber sag jetzt bitte nicht, dein oberstes Ziel ist es, dein Publikum zu begeistern! Natürlich sind Standing Ovations das erklärte Ziel jedes Redners! Das will ich dir garnicht nehmen.

Die entscheidende Frage ist: Was hast du mit deinen Zuschauern vor?

Warum sollen sie dir zuhören und dir ihre kostbare Zeit schenken?

Als Beispiel: Meine Absicht

Für meinen Kurzvortrag hatte ich nun die Absicht, meinen Zuhörern die Angst vor der Bühne zu nehmen und ihnen etwas an die Hand zu geben, womit sie sofort vor Publikum „besser da stehen“ und „professioneller wirken“, ohne dabei an viel denken oder dafür lange proben zu müssen.

Meine Absicht in einem Satz:

„Ich will meinen Netzwerk-Partnern die Unsicherheit auf der Bühne nehmen und ihnen nur die allerwichtigsten und einfachsten Dinge vermitteln, die sie sofort anwenden können.“

→ Wenn dich das Ergebnis interessiert: Die wichtigsten 3 Dinge aus diesem Vortrag findest du in meinem Beitrag und Video „Worauf Sie bei jedem Vortrag achten sollten“

Die Absichtserklärung

Nun zu dir. Nutze Papier und Stift und beschreibe deine Absicht so aktiv wie möglich. Nimm z.B. diesen Satz als Ausgangspunkt und ergänze:

„Mit meinem Vortrag möchte ich Menschen die Angst vor (...) nehmen. Ich will, dass sie Mut bekommen (...) zu überwinden.“

Oder modifiziere diesen Satz:

„Mit meinem Vortrag will ich Menschen bei (...) unterstützen. Sie sollen (...) besser verstehen und Klarheit über (...) gewinnen.“


Als Beispiel: Die Zeitmanagement-Expertin

Hier die Absichtserklärung einer Zeitmanagement-Expertin, die als „kreative Chaotin“ von sich selber weiß, wie überfordernd ihr Thema sein kann:

„In meinem Vortrag will ich meinen Zuschauern eine neue Sicht auf das Thema Zeitmanagement geben, mit der auch kreative Chaoten produktiv werden können, die sich sonst vom klassischen Zeitmanagement frustriert abwenden.

Wenn du deine Absicht so auf den Punkt bringen kannst, hast du den Rahmen deines Vortrags und das Ziel ganz klar abgesteckt. Du hast im Prinzip den Fahrplan deiner Reise definiert.

Was ist also deine Absichtserklärung?

Schreib zunächst jeden Gedanken, der dir dazu einfällt auf einen Zettel. Formuliere deine Absichtserklärung gerne auch in mehreren Varianten...

Aus dieser Absichtserklärung kannst du jetzt sehr gut ableiten, was du deinen ZuschauerInnen mit deinem Vortrag unbedingt sagen willst: Deine Kernbotschaft.

3. Schritt: Formuliere deine Kernbotschaft


Schritt 3 Vortrag planen SpeakerCoaching Matthias Messmer


Die Kernbotschaft ist praktisch die Quintessenz deines Vortrags. Sie ist dein Kerngedanke, den dein Publikum verstehen soll, den es am Ende aus deinem Vortrag mitnehmen soll.

Die Kernbotschaft ist an dein Publikum adressiert und ist ganz klar mit deiner Absicht verbunden. Sie ist praktisch das Sprachrohr deiner Absicht.

Eine gute Kernbotschaft bringt bei deinen ZuschauerInnen etwas in Gang: sie kann ein Appell sein, eine Aufforderung umzudenken; sie kann eine neue Perspektive vermitteln, ein Aha-Erlebnis bescheren.

Wenn deine Kernbotschaft bereits diese Qualität besitzt, hast du gute Chancen, dass auch dein Vortrag die ZuschauerInnenn bewegen wird.

Denn eine starke Kernbotschaft wird sich in deinen Thesen, Fakten, Stories, Bildern und Folien widerspiegeln. Sie wird sich in jedem entscheidenden Augenblick deines Vortrags direkt oder indirekt Gehör verschaffen.

So finden Sie eine gute Formulierung

Artikuliere deine Kernbotschaft so aktiv wie möglich in direkter Rede. Nutze zum Beispiel diese Absprung-Sätze:

"Ich will meinem Publikum sagen: (...)"

Oder

"Mein Publikum soll verstehen dass: (...)"

Oder

"Ich will mein Publikum dazu bewegen / ermutigen / motivieren: (...)"

Vervollständige die Sätze mit deiner Absicht oder deinem Kerngedanken.

Stell dir dabei vor, dass du einem Kollegen oder einer Bekannten die Absicht deines Vortrags in drei Sätzen beschreibst. z.B.:

"Mit meinem Vortrag will ich an meine Zuschauer appellieren: Habt keine Angst vor (...), Lasst euch nicht entmutigen, sondern nutzt (...) um (...) zu überwinden.“

Das Zeitmanagement-Beispiel:

Oben hatte ich die Zeitmanagement-Expertin erwähnt, die mit ihren Vorträgen gerade „kreativen Chaoten“ eine neue Sicht auf ihr Thema vermitteln will (Absicht).

Ihre Kernbotschaft lautet darum:

„Nutze nur solche Zeitmanagement-Techniken, die dir entsprechen. Verbieg dich nicht! Mach's auf DEINE Art!“


Meine Kernbotschaft für den Impulsvortrag:

„Ihr seid Profis auf Eurem Gebiet. Darum macht Euch nicht verrückt vor Publikum: Ihr müsst nur auf ein paar Dinge achten, um auch auf der Bühne professionell zu sein!“

Kannst du deine Kernbotschaft nun formulieren? Dann hast du es geschafft!

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Indem du dein Publikum analysierst, deine Absicht definierst und deine Kernbotschaft formulierst, bekommst du eine klare Zieldefinition für die Entwicklung deines Vortrags!

Halte dir die Ergebnisse dieser 3 Schritte immer vor Augen. Sie sind der Gradmesser für deine Inhalte und den Aufbau deines Vortrags.

Und sie helfen dir beim Formulieren deiner Gedanken.

Denn jetzt ist klar, wohin die Reise geht!

Tipps zur Arbeitsweise beim Vortrag planen


Speaker Coaching Matthias Messmer Sandra Holze 4


1. Halte jeden Gedanken schriftlich fest

Wenn du einen Vortrag planst, schreibst du zunächst alles auf, was dir zu deinem Publikum und deiner Absicht oder Kernbotschaft einfällt. Dies bedeutet: formuliere nicht eine Absicht oder eine Kernbotschaft, sondern bring alles zu Papier, was dir dazu einfällt.

Denn wenn du dich nicht gleich festlegen musst, sondern wild drauf los formuliersr, kommst du auf die unterschiedlichsten Gedanken zu deinem Thema. Bewerte sie nicht, sondern sammle erst einmal alles.

2. Arbeite mit Stift und einzelnen Zetteln

Arbeite in dieser Phase nicht am Computer, und auch nicht mit DIN-A4 Papier, sondern mit Moderationskarten, einzelnen Zetteln oder Post-Its. Nutze für jede Idee einen eigenen Zettel oder Post-It.

Dann kannst du im nächsten Schritt deine Ideen besser sortieren und priorisieren. Denn was jetzt vor dir liegt, sind die verschiedenen Aspekte deines Vortrags.

3. Bleib flexibel

Filtre die stärksten Absichtserklärungen und Kernbotschaften heraus und leg die anderen Varianten und Aspekte zur Seite. Sie können dir noch nützlich sein.

Denn auch wenn du nicht alles gleichzeitig erzählen kannsr, hast du doch die Möglichkeit, es nacheinander zu erzählen. Ein Aspekt, der im Moment noch keinen Sinn ergibt, rückt unter Umständen in der Mitte oder am Ende des Vortrages in den Fokus.

4. So treffen Sie inhaltliche Entscheidungen

Wenn du dich bei der Vortragsplanung nicht entscheiden kannst, welche Absichtserklärung oder Kernbotschaft für deinen Vortrag nun die richtige ist, spring in die Publikums-Perspektive und versetze dich in deine ZuschauerInnen:

Welcher Aspekt ist für die Menschen im Publikum am wichtigsten? Welche Kernbotschaft wird die ZuschauerInnen am stärksten ansprechen? Und welche Wirkungsabsicht wird den größten Nutzen bringen?

Der nächste Schritt: Starte mit dem Ende

Da du nun ihr Reiseziel definiert hast, kannst du von der Planung zur Ausarbeitung Ihres Vortrags gehen.

Doch auch hier gibt es einen Trick: 

Starte nicht mit dem Anfang, sondern denke vom Ende her - worauf läuft der Vortrag hinaus?

Welches Highlight steht am Ende deines Vortrags?

Wenn du das weißt, kannst du einen Spannungsbogen aufbauen, bei dem die ZuschauerInnen dir bis zum Schluss an den Lippen hängen.

Die Wirkung eines starken Endes wird nämlich oft unterschätzt.

Dabei gibt es richtig geniale Möglichkeiten, deinen Vortrag, dein Video oder Webinar mit dem gewissen "Wow!"-Effekt zu beenden.

Denn der Schluss entscheidet, ob du deine ZuschauerInnen in Fans und Kunden verwandelst. Oder ob sie dich gleich wieder vergessen.

Damit du dir nicht lange den Kopf zerbrechen musst, wie du deinen ZuschauerInnen mit einem "Wow!"-Effekt in Erinnerung bleibst, habe ich einen Video-Minikurs mit Workbook entwickelt: "Der krönende Abschluss"

Hier kannst du den Minikurs buchen und sofort starten.

Fazit:

Das Planen eines Vortrags beginnt nicht mit dem Inhalt, sondern mit der Definition des Reiseziels.
Stell dir zu Beginn immer diese 3 Fragen:

  1. Was bringt das Publikum mit auf diese Reise?
  2. Was beabsichtigst du mit deinem Vortrag?
  3. Was ist deine Kernbotschaft?

Erst wenn du dein Ziel klar vor Augen hast, startest du mit der Entwicklung deiner Gedanken und Inhalte durch Brainstorming, Recherche etc..

Auch der Vortrag-Einstieg gelingt dir sehr viel leichter, wenn du wissen, wohin die Reise geht (mehr zum gelungenen Vortrag-Einstieg findst du hier).

Behalte dein Reiseziel in der weiteren Ausarbeitung deines Vortrags immer im Blick und nutze es als Gradmesser.

Frag dich immer wieder: Ist ein bestimmtes Beispiel, eine bestimmte These oder Geschichte wirklich sinnvoll, um deine Kernbotschaft zu transportieren?

Was würde bei deinem Publikum eine größere Wirkung erzielen, um deine Absicht mit dem Vortrag noch besser zu erreichen?

So kommst du mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ganz andere Ideen. Es fallen dir passendere Beispiele ein, die bei deinem Publikum viel mehr auslösen und bewirken können.

Und du trennst dich leichter von Inhalten, die nur Platz im Koffer wegnehmen, deinem Publikum aber nicht viel bringen. Und es im schlimmsten Fall sogar verwirren, weil sie nicht auf das Reiseziel hinführen.

Sei selbstkritisch. Es ist toll, dass du eine komplette Skiausrüstung hast. Für diesen Vortrag packst du aber besser nur die Badehose ein ;-)

Viel Spaß und viel Erfolg!

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"Redner Leben" - Was Sie als Profi-Speaker erwartet https://www.matthias-messmer.de/blog/rednerleben-making-of/ https://www.matthias-messmer.de/blog/rednerleben-making-of/#comments Sun, 24 Mar 2019 00:00:00 +0000 RednerLeben Video Speakers Life Redner Leben https://www.matthias-messmer.de/blog/rednerleben-making-of/ Weiterlesen

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Das Making-Of zum Musik-Video "Redner Leben".

Einmal die ganze Ambivalenz im Leben eines Keynote-Speakers ins Bild bringen - das war das gemeinsame Ziel, als sich die vier Profi-Speaker Peter Brandl, Margit Hertlein, Martin Sänger und Ralf Schmitt entschlossen, mit mir ein Hip-Hop-Video zu produzieren: "Redner Leben

RednerLeben SpeakersLife Video

In ihrem Rap-Song erzählen die Vier offen und ehrlich über ihren reiseintensiven Job, die merkwürdigen Situationen vor und nach dem Auftritt und das mitunter lästige Verhalten der Fans.

Ein Muss für jeden, der als Redner sein Geld verdienen will.

Bei der GSA-Convention in Berlin hatte unser Video Premiere und wir bekamen begeisterte Zustimmung von den Speaker-Kollegen. 

Wie dieses Video entstanden ist, skizziere ich im Folgenden - mit den wunderbaren Fotos von Jochen Wieland („King of Kollodium“)

Matthias Messmer SpeakerLife Shooting 82

Die Idee zu "Redner Leben"

Die Idee kam ursprünglich von Martin Sänger, der diese Ambivalenz als durchaus komisch empfindet: da wird man als Keynote-Speaker auf der Bühne gefeiert und um Autogramme gebeten, aber spätestens in der Einsamkeit trister Hotelzimmer landet man wieder auf dem Boden der Realität. Auch die anderen Drei konnten ein Lied davon singen - oder rappen. Die Idee zu Redner Leben war geboren.

Ralf Schmitt nahm schließlich die Sache in die Hand, als wir gerade mit der Vorbereitung zur GSA-Convention in Berlin anfingen (in diesem Bericht habe ich übrigens einige dramaturgische Aspekte der Convention einmal unter die Lupe genommen). 

Matthias Messmer RednerLeben Shooting 9

Das Team hinter der Kamera

Ralf heuerte Michael Mirwald für Kamera und Schnitt und mich für die Regie an. Bei unserem ersten Gespräch schätzte Ralf das alles eher entspannt ein: "Das wird nicht aufwändig, rechne mal mit einem Tag für Vorbereitung und Einen fürs Drehen." Michael und mich beschlich schon bald die Ahnung, dass es doch etwas umfangreicher werden würde. Aber Ralf trieb die Sache weiter voran und hielt dann auch das ganze Projekt zusammen.

RednerLeben SpeakersLife Matthias Messmer Regie

Das Arbeitstreffen in Hamburg

Während der ersten und einzigen Arbeits-Session mit allen vier Speakern durfte nur der Flip-Chart fotografiert, aber nichts gepostet werden. Denn alles lief unter strengster Geheimhaltung - einen Tag nach der Winterkonferenz im März 2018 in Hamburg. 

Martin Sänger sagte mir später: 

"Bei unserem ersten Treffen war ich etwas verwirrt, wie Du die einzelnen Elemente der Idee auseinanderbaust und in einer mir unbekannten Art wieder zusammensetzt. Aber dein Ruf eilte Dir voraus und ich beschloss, deiner Vorgehensweise zu vertrauen. Dieses Vertrauen hast du mehr als bestätigt."

An diesem Tag haben wir mit Post-Its typische und ambivalente Situationen aus dem Rednerleben gesammelt und dann die Drehorte festgelegt. 

Außerdem hatte ich mit Garageband einen Instrumental-Track vorbereitet. Auf diese Musik schrieben die Vier eine erste Rohfassung des Rap-Textes. Wobei Margit Hertlein immer wieder versicherte, dass sie nicht rappen kann und eigentlich lieber Background singen würde...

Grandmaster Rap

Ende April traf ich meinen alten Freund Toni Landomini - besser bekannt als HipHop-Legende Toni-L von ADVANCED CHEMISTRY. Als einer der ersten deutschen Rapper war er die Rückversicherung, dass unsere Speaker mit ihrem Rap eine überzeugende Performance abliefern würden.

Matthias Messmer RednerLeben Shooting 9 1

Toni hatte ein paar kleine, aber entscheidende Änderungsvorschläge vorbereitet und wir machten eine Aufnahme, wie er den Text rapen würde. Diese Rap-Version war sozusagen unsere Blaupause für die folgenden Aufnahmen.

Matthias Messmer RednerLeben Shooting 13

Ton-Aufnahme und Shooting

Einen gemeinsamen Drehtermin für alle vier Speaker zu finden war eine organisatorische Herausforderung. Aber Anfang Juli war es dann soweit: wir hatten uns über die Empfehlung von 48 Stunden Neukölln im Mercure Hotel Berlin Tempelhof einquartiert, wo wir zuerst den Rap aufnahmen und dann einen Großteil der Szenen drehten. Alle waren super vorbereitet und absolut konzentriert bei der Sache. Und das Hotel unterstützte uns hervorragend!

Matthias Messmer RednerLeben Shooting 4

Eine erste grobe Abmischung in Garageband diente als Playback, auf das nun alle vier Speaker vor der Kamera lippensynchron rappen mussten. Das war nicht so einfach...

RednerLeben SpeakersLife Matthias Messmer Regie 1

Meine Tochter Emily machte das Make-Up und assistierte. Hier schreibt sie den Text auf Flip-Charts als Spickzettel für den Dreh.

Matthias Messmer RednerLeben Shooting 14

Natürlich waren die vielen unterschiedlichen Situationen und Drehorte nicht an einem Tag zu schaffen. Zweieinhalb Tage und ein minutiös durchgetakteter Drehplan waren nötig, um unser "Redner Leben" zum Leben zu erwecken. Hier wird gerade die "Roter-Teppich"-Situation in der Tiefgarage des Hotels vorbereitet.


Matthias Messmer RednerLeben Shooting 28

Michael Mirwald gibt Instruktionen zum "Walk", der ebenfalls in der Tiefgarage entsteht.

Im Hotel drehen wir auch die HipHop-Sequenz in Schwarz-Weiß... 

RednerLeben SpeakersLife Matthias Messmer Regie 4 mit Text

... und Margit Hertlein rekelt sich nicht nur mit Schönheitsmaske auf dem Hotelbett, sondern zeigt auch ihre gefährliche Seite als unerbittliche Heldin des Gangsta-Rap.

RednerLeben SpeakersLife Matthias Messmer Regie 1 mT

Kein Zimmer mehr im ausgebuchten Hotel zu bekommen und das Gefühl, hier nicht erwünscht zu sein - im Video treiben wir diese unangenehme Erfahrung auf die Spitze: Martin Sänger entschließt sich, auf der Ladefläche seines PickUps zu übernachten. In Berlin Neukölln einen Parkplatz für das Fahrzeug mit Überlänge zu finden war garnicht so einfach...

RednerLeben SpeakersLife Matthias Messmer Regie mit Text

Am Flughafen Schönefeld drehen wir, wie Peter Brandl von einem redseligen Fahrer abgeholt wird. Statt Champagner gibt's zur Begrüßung lauwarmen Hugo im Plastikbecher. Seine Begeisterung hält sich in Grenzen. Besonders als die typische Frage des Fahrers kommt: "Kann man denn davon leben?"

RednerLeben SpeakersLife Matthias Messmer Regie 2 mT

Meine Cameo-Auftritte im Video verdanke ich Ralf Schmitt: als klar war, dass wir diese typischen Sätze einstreuen würden, mit denen jeder Speaker dauernd konfrontiert wird, brauchten wir jemanden, der die Rolle der Nervensäge übernimmt - mich.

Natürlich sollten die Speaker auch in Aktion auf der Bühne stehen. Wir wollten aber kein Footage von konkreten Auftritten verwenden, sondern suchten einen Ort mit klassischem Bühnen-Glamour, mit Vorhängen, Samt bezogenen Sitzen und Rampenlicht.

Die URANIA Berlin war dieser Ort. Kurz vor der Ferien-Schließung konnten wir einen halben Tag im holzvertäfelten Kleist-Saal, im Foyer und in den Garderoben drehen.

Matthias Messmer RednerLeben Shooting 12 1

Hier "schießt" Michael Mirwald "über die Schulter" von Ralf in den Saal. 

Postproduktion

Michael macht dann auch den Schnitt und gibt dem Material in der Nachbearbeitung den filmischen coolen Look. 

Ralf puscht das Projekt weiter, mit unermüdlicher Energie. Er erkannt ganz richtig: "Der Sound muss fetter werden. Ich kenne da einen Musiker..." 

So kommt Michael Bibo ins Spiel. Er mischt in seinem Studio nicht nur die Rap-Stimmen, sondern fügt dem Ganzen noch so manches Instrument hinzu und setzt der Musik die Krone auf...

Redner Leben Speakers Life Shooting Matthias Messmer 1

Die Premiere von "Redner Leben"

Die Veröffentlichung des Videos hatten wir als Überraschung bei der GSA-Convention in Berlin im September geplant. Ralf tat alles dafür, dass Niemand von dem Video wußte und es auch im Vorfeld nirgendwo zu sehen war. Über 200 kritische Speaker-Kollegen waren dann am Gala-Abend im Saal. Der Härtetest. 

Hier ist zu sehen, ob die Überraschung gelungen ist. Die Speakerin und Mindset-Expertin Vivienne Dübbert hat den Moment spontan gefilmt:


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